Geldanlage - Aktienrunde vergleicht für Sie die wichtigsten Aktiendepots und Broker!

Geldanlange

Welche Geldanlagen gibt es?Sparbuch, Festgeld, Anleihen, Fonds, Immobilien, Aktien, Optionen: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Geld anzulegen. Bei der richtigen Kapitalanlage kommt es dabei nicht auf möglichst viel Kapital an, sondern auf die geeignete Anlageform sowie das damit verbundene Anlageziel. So geht es etwa um die Frage, wie schnell das Geld wieder verfügbar sein soll und wie es um die eigene Risikobereitschaft bestellt ist. Lerne in diesem Artikel die wichtigsten Anlageklassen kennen.

Welche Anlageklasse ist die richtige – bestimme Dein Risikoprofil

Fester Bestandteil einer Anlageberatung ist die Befragung hinsichtlich der Anlageziele, finanziellen Verhältnisse sowie der bisherigen Erfahrungen und Kenntnisse mit unterschiedlichen Anlageformen. Diese Fragen haben zum Ziel, ein Risikoprofil von Dir zu erstellen, um Dir anschließend bedarfsgerechte Produkte empfehlen zu können. Finanzvermittler und -berater stufen die Kunden hierzu in bestimmte Risikoklassen ein, welche das Risiko wie auch die Renditechancen der jeweiligen Anlageform abbilden. In Abhängigkeit der Risikoklasse wirst Du unter die „risikobewussten“, „ertragsorientierten“, „gewinnorientierten“, „konservativen“ oder „sicherheitsorientierten“ Anleger eingruppiert. Für gewöhnlich wird zwischen 5, hin und wieder auch zwischen 6 Risikoklassen differenziert. Dabei umfasst die unterste Risikoklasse Anlagen mit dem geringsten Risiko, die oberste dagegen mit dem höchsten Risiko. Fakt ist, dass diese Risikoklassen nicht einheitlich definiert sind. Als Orientierungshilfe dient jedoch folgende Einteilung:

Risikoklasse 1 (sicherheitsorientiert)

Dazu gehören z.B.: Termin-, Tages-, Festgeld, Sparpläne, -brief, -buch, europäische Geldmarktfonds, Pfandbriefe, Bausparverträge

Risikoklasse 2 (konservativ)

Dazu gehören z.B.: geldmarktnahe Fonds, europäische Rentenfonds, Anleihen mit guter Bonität, festverzinsliche Wertpapiere

Risikoklasse 3 (ertragsorientiert)

Dazu gehören z.B.: internationale Misch-, Aktien- und Rentenfonds, Aktien, Aktienfonds mit europäischen Standardwerten

Risikoklasse 4 (spekulativ)

Dazu gehören z.B.: Währungsanleihen mit mittlerer Bonität, Zertifikate, Aktien sowie Aktienfonds mit europäischen und außereuropäischen Standardwerten

Risikoklasse 5 (sehr spekulativ)

Dazu gehören z.B.: Optionen, Futures, Optionsscheine, ausländische Aktien-Nebenwerte, hochspekulative Anleihen
Woraus sich die Rendite einer Staatsanleihe ergibt
Nachfolgend werden die wichtigsten Anlageformen zzgl. ihrer Vor- und Nachteile vorgestellt.

Tagesgeld

Ein Tagesgeldkonto ist ein verzinstes Konto, bei dem Du als Kontoinhaber sowohl die Verfügbarkeit der Kapitalanlage als auch die Höhe des Anlagebetrages bestimmen kannst. Die Zinsen orientieren sich hierbei an den aktuellen Entwicklungen am Kapitalmarkt, weshalb eine bestimmte Zinshöhe zumeist lediglich in den ersten Monaten nach Kontoeröffnung garantiert wird. Erfolgen kann die Zinsgutschrift je nach Vorgaben der Bank zu unterschiedlichen Terminen, etwa jährlich, vierteljährlich oder monatlich. Um vom Zinseszinseffekt profitieren zu können, solltest Du Bankinstitute mit vierteljährlicher Zinsgutschrift bevorzugen. Am Ende des Jahres wird entsprechend den Zinseinnahmen die Abgeltungssteuer durch die Bank an das Finanzamt abgeführt. Ein Tagesgeldkonto kommt in Abgrenzung zum Girokonto rein aus Sparzwecken zum Einsatz. Weil das Tagesgeldkonto demnach keine Verrechnungsfunktion besitzt, sind Lastschriften und Überweisungen auf fremde Konten nicht möglich. Dafür liegt dessen Verzinsung teils deutlich über die des Girokontos. Dir bleibt es frei, auch mehrere Tagesgeldkonten bei unterschiedlichen Banken zu unterhalten, ohne jeweils ein Girokonto eröffnen zu müssen. Im Vergleich zum Festgeld, kannst Du auf Dein Tagesgeld jederzeit zugreifen und für konkrete Ausgaben einsetzen. Hierin liegt auch der Vorteil gegenüber einem Sparbuch, aus dem sich ohne Kündigung keine Einlagen entnehmen lassen. Tagesgeld ist sehr sicher, gewähren die Banken schließlich darauf eine Einlagensicherung, welche gesetzlich festgelegt ist und mindestens 100.000 Euro beträgt. Für gewöhnlich sind Kontoführung und -eröffnung bei einem Tagesgeldkonto kostenfrei. Auszahlen lässt sich das Geld meistens nur auf ein vorher festgelegtes Referenzkonto.

Für wen ist ein Tagesgeldkonto geeignet?

Tagesgeld zählt zu den sichersten Anlageformen überhaupt und richtet sich somit an Sparer, die ihr Geld sicher anlegen möchten, sich aber nicht mit der sehr niedrigen Verzinsung eines Girokontos zufrieden geben möchten. Zudem ist Tagesgeld ideal für Dich, wenn Du flexibel auf das Geld zugreifen möchtest, um etwa kurzfristige Anschaffungen zu finanzieren. Zu beachten ist, dass Tagesgeldkonten keine hohen Renditen versprechen. Weil die Zinshöhe eines Tagesgeldkontos zuletzt zumeist unter der Inflation lag, verliert der Anlagebetrag über die Jahre an Wert.

Vorteile von Tagesgeld:

 Zugriff auf das Tagesgeldkonto ist jederzeit möglich
 höhere Verzinsung gegenüber dem Girokonto
 dank Einlagensicherung ist Tagesgeld sehr sicher
 Führung mehrerer Konten ohne Eröffnung eines Girokontos möglich
 i.d.R. kostenlose Kontoführung

Nachteile von Tagesgeld:

✖ keine garantierte Verzinsung
✖ Überweisungen und Lastschriften nicht möglich
✖ Verzinsung lag zuletzt zumeist unter Inflationsniveau
✖ Abgeltungssteuer ist abzuführen

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Festgeld

Bei Festgeld handelt es sich um eine Form der Geldanlage, bei welcher ein bestimmter Geldbetrag zu einem vorher festgelegten Zeitraum sowie einem festen Zinssatz bei einer Bank angelegt wird. Demzufolge werden Anlagezeit, Zinsen, Betrag und Konditionen vorher vertraglich vereinbart. Mit Ablauf des Anlagezeitraums wird das angelegte Kapital nebst Zinsen auf Dein Referenzkonto ausbezahlt. Es kann aber auch vereinbart gelten, dass das Festgeld mit Ablauf des Anlagezeitraums um ein Jahr verlängert wird, sofern nicht fristgerecht gekündigt wurde. Allerdings wird dann der zum Verlängerungszeitpunkt gültige Zinssatz herangezogen. Weil die Zinshöhe des Anlagebetrags vor Vertragsbeginn festgeschrieben und über die gesamte Laufzeit unverändert bleibt, kannst Du mit einer festen Rendite rechnen. Zinssicherheit ist somit die große Stärke des Festgeldkontos. Die Anlagezeiträume können dabei zwischen 30 und 360 Tagen variieren, die Mindestanlagesumme hingegen zumeist zwischen 500 und 5.000 Euro.

Höhere Zinsen bei längerer Laufzeit

Festgeldanlagen werden sowohl von Filial- wie auch Direktbanken angeboten. Direktbanken bieten hierbei zumeist die höheren Zinsen und das Festgeldkonto lässt sich per Online-Banking bequem von zu Hause aus verwalten. Auf einem Festgeldkonto ist Dein Kapital sicher aufgehoben: Denn als sogenannte Sichteinlage ist das Festgeld über die Einlagensicherung geschützt und demnach bis zu einer Höhe von mindestens 100.000 Euro. Der Nachteil des Festgelds liegt darin, dass Du auf das angelegte Kapital über den gesamten Anlagezeitraum nicht zugreifen kannst. Im Gegensatz zum Tagesgeld ist das Festgeld demnach nicht jederzeit verfügbar. Um demnach auf das Geld zugreifen zu können, muss das Festgeldkonto gekündigt werden, was aber nur sehr selten und lediglich in Ausnahmefällen möglich ist. Du solltest Dir also sicher sein, dass du das angelegte Geld während des Anlagezeitraums nicht benötigst. Dafür liegt der Zins, der während der Laufzeit völlig unabhängig von den Entwicklungen am Kapitalmarkt ist, bei Festgeldkonten in der Regel höher als bei Tagesgeld.

Für wen geeignet

Festgeld ist für die Anleger gedacht, die ihr Geld über mehrere Jahre zu einem festen Zins anlegen möchten. Möchtest Du darin investieren, solltest du über die gesamte Anlagedauer auf die Anlagesumme verzichten können. Mit Blick auf die Einlagensumme ist Festgeld zudem für all diejenigen eine gute Anlageform, die kein Risiko eingehen und ihr Kapital sicher wissen wollen.

Vorteile von Festgeld:

 Geld kann mittelfristig sicher und ohne Risiko angelegt werden
 Zinssicherheit dank zuvor festgelegter Zinshöhe
 höherer Zins gegenüber Tagesgeld
 i.d.R. keine Gebühren für Kontoeröffnung und -führung

Nachteile von Festgeld:

✖ über das Kapital kann während der Anlagedauer nicht verfügt werden
✖ keine Überweisungen oder Lastschriften möglich
✖ zum Ende der Laufzeit muss die Abgeltungssteuer abgeführt werden
✖ es gibt Mindest- und Maximaleinlagen zu beachten

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Sparbuch

Das Sparbuch ist ein Klassiker unter den Anlageformen und eine der beliebtesten Geldanlagen der Deutschen. Etwa die Hälfte aller Bundesbürger besitzen ein solches. Zwar erhältst Du für das Geld, welches Du dort einzahlst Zinsen. Allerdings fällt die Verzinsung niedrig aus und liegt teils deutlich unterhalb der Inflationsrate. Dafür verschafft Dir das Sparbuch eine gewisse Flexibilität. So kannst Du über das Kapital jederzeit verfügen und nach Belieben Geld einzahlen und abheben. Die gilt aber nicht uneingeschränkt: So sehen die Banken zumeist eine bestimmte Geldsumme vor, die maximal abgehoben werden kann, beispielsweise 2.000 Euro monatlich. Möchtest Du mehr Geld abheben oder gar über den gesamten Betrag verfügen, so muss das Sparbuch unter Beachtung einer Frist von drei Monaten gekündigt werden.

Keine planbaren Zinserträge

Geld kannst Du auf Wunsch in regelmäßigen Raten von Deinem Girokonto auf das Sparbuch überweisen. Du bestimmst selbst, wie viel Du sparen möchtest. Der Grund, weshalb das Sparbuch trotz renditestärkerer Anlageformen kaum an Beliebtheit eingebüßt hat, ist dessen Sicherheit. Es ist eine Rücklage, auf die Du Dich verlassen kannst und die im Rahmen des Einlagensicherungsfonds in Höhe von mindestens 100.000 Euro geschützt ist. Zinsen auf Dein Sparbuch bekommst Du ab dem ersten Tag. Allerdings wird Dir eine bestimmte Zinshöhe nicht garantiert, zumal sich diese an den aktuellen Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank orientiert. Auch kannst Du im Gegensatz zu so manchem Tagesgeldkonto nicht vom Zinseszinseffekt profitieren, zumal die Zinsen nicht unterjährig sondern zum Jahresende gutgeschrieben werden. Erfreulich ist, dass Dir für das Sparbuch keine Kontoführungsgebühren berechnet werden.

Für wen geeignet

Ein Sparbuch ist für all diejenigen eine Anlageoption, die ihr Geld sicher anlegen möchten. Schließlich fällt das Kapital unter den Schirm des Einlagensicherungsfonds. Es ist eine Option für alle Sparer, die ihre Priorität auf Sicherheit und nicht auf Rendite legen. Geeignet ist das Sparbuch auch dann, wenn Du jederzeit flexibel über einen gewissen Teil des Anlagebetrags verfügen möchtest.

Vorteile des Sparbuchs:

  sichere Form der Anlage dank Einlagensicherungsfonds
  keine Kontoführungsgebühren
  Anlagesumme ist jederzeit verfügbar
 Einzahlungen sind laufend möglich

Nachteile des Sparbuchs:

✖ keine sichere Verzinsung
✖ Zinshöhe liegt teils deutlich unter dem Inflationsniveau
✖ Auszahlungen sind zumeist auf eine bestimmte Höhe beschränkt
✖ Zinseszinseffekt entfällt aufgrund jährlicher Zinsgutschrift

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Staatsanleihen

Bei der Suche nach sicheren Anlagemöglichkeiten, stoßen Anleger regelmäßig auf Staatsanleihen. Diese werden oft bewusst zur Risikominimierung eingesetzt. Der Anleihenmarkt gehört dabei zu den liquidesten Märkten überhaupt. Zahlreiche institutionelle Anleger wie Banken, Versicherungen und Pensionsfonds erwerben laufend Staatsanleihen. Konkret handelt es sich bei Staatsanleihen um Kredite, die von öffentlicher Hand und damit Regierungen aufgenommen werden. Die Schuld des Staates wird in einer Urkunde, der Anleihe, verbrieft. Einerseits nutzt der Emittent den Emissionserlös dazu, seinen Finanzmittelbedarf für öffentliche Ausgaben zu decken sowie den Haushalt zu finanzieren, sollten die Steuereinnahmen hierfür nicht ausreichen. Zum anderen bezahlt der Emittent hierdurch ältere Anleihen zurück, deren Laufzeit endet.

Woraus sich die Rendite einer Staatsanleihe ergibt

Kupon sowie Laufzeit stehen für die zentralen Eckdaten einer Staatsanleihe. Die Laufzeit kann dabei zwischen wenigen Wochen und mehreren Jahrzehnten variieren. Aus dem Kupon ergibt sich die nominale Verzinsung der Anleihe. Diese entspricht jedoch nur dann exakt der Rendite, wenn die Anleihe bei Emission zum Nominalwert erworben wird. Eine besondere Erwähnung verdient die Umlaufrendite, die einen wichtigen Rentenmarkt-Indikator darstellt. Diese nimmt eine ähnlich bedeutende Rolle ein, wie der DAX als Leitindex am deutschen Aktienmarkt. Sie ist zudem ein Indikator für das Zinsniveau am Kapitalmarkt und gibt die durchschnittliche Rendite von – insbesondere – Staatsanleihen an, die sich hierzulande im Umlauf befinden. Im Gegensatz zu Aktien, wird der Börsenkurs von Staatsanleihen nicht in Euro angegeben, sondern in Prozent des Nominalwerts der Anleihe.

Wodurch die Kursentwicklung von Staatsanleihen beeinflusst wird

Bestimmt wird die Kursentwicklung vor allem durch Laufzeit, Bonität des Emittenten, Nominalzins bzw. Kupon, ggf. Wechselkurs sowie der Entwicklung der Marktzinsen. Steigen etwa am Kapitalmarkt die Zinsen, dann sinken für gewöhnlich die Kurse der sich bereits im Umlauf befindlichen Anleihen. Denn angesichts der höher verzinsten Neuemission büßen sie an Attraktivität ein. Genau umgekehrt verhält es sich bei sinkenden Kapitalmarktzinsen. In diesem Fall werden bereits emittierte Staatsanleihen zu einem höheren Kurs gehandelt. Je kürzer die Restlaufzeit wird, desto stärker nähert sich der Börsenkurs dem eigenen Nominalwert, also ihrem Rückzahlungsbetrag. Veränderungen der Kreditwürdigkeit eines Staates können ebenso zu Kursgewinnen oder -verlusten bei der entsprechenden Anleihe führen. Je schlechter die Bonität, desto höher das Ausfallrisiko und desto mehr Zins muss das Land potentiellen Anlegern bieten. Überwacht wird die Kreditwürdigkeit von Rating-Agenturen wie Standard & Poor’s oder Moody’s. Ist das Rating schlechter wie BB, so ist von spekulativen und hochverzinslichen Staatsanleihen (High Yields) die Rede. Je länger zudem die Restlaufzeit der Staatsanleihe ist, umso stärker wirkt sich eine Veränderung des Kapitalmarktzinses aus. Ausgegeben werden können Staatsanleihen sowohl in der eigenen Währung wie auch in ausländischer Währung als Fremdwährungsanleihe.

Welche deutschen Staatsanleihen gibt es?

Hierbei hast Du insbesondere die Wahl zwischen:

Bundesanleihen (Bunds):

Sie besitzen über die gesamte Laufzeit einen festen Zinssatz (=Nominalzins). Sicherheit bieten die künftigen Steuereinnahmen sowie das Staatsvermögen. Aus diesem Grund gelten Bundesanleihen als äußerst sicher. Für gewöhnlich belaufen sich die Laufzeiten auf 10 bis 30 Jahre. Die Zahlung der Zinsen erfolgt einmal im Jahr. Kündbar sind Bunds weder vom Schuldner noch vom Käufer, wobei eine Weiterveräußerung an der Börse möglich ist. Erwerben kannst Du diese bei der Deutschen Finanzagentur oder einer (Online-)Bank.

Bundesobligationen

In diesem Fall wird dir kein Papier ausgestellt, sondern der Kredit in das Bundesschuldbuch eingetragen. Die Laufzeit beläuft sich um die 5 Jahre. Zwei- bis dreimal jährlich kommt eine sogenannte Bundesobligations-Serie heraus, stets an die aktuelle Leitzinsentwicklung angepasst. Der Mindestkaufpreis beträgt 110 Euro, der Nennwert hingegen 100 Euro.

Bundesschatzbriefe

Hierbei wird zwischen den Typen A und B unterschieden. Typ A weist eine Laufzeit von 6 Jahren sowie eine jährliche Zinszahlung auf. Auf 7 Jahre beläuft sich dagegen die Laufzeit beim Typ B, bei welchem die Zinsen erst am Ende der Laufzeit ausbezahlt werden. Der Börsenhandel von Bundesschatzbriefen, die auch nur bei der Deutschen Finanzagentur oder (Online-)Banken erhältlich sind, ist nicht möglich. Nach Ablauf eines Jahres sind sie zu einem maximalen Betrag von 5.000 Euro monatlich verkäuflich. Ferner kennt diese Form der Anleihe keine Kursschwankungen.

Finanzierungsschätze

Gekennzeichnet sind diese durch niedrige Zinsen sowie kurzen Laufzeiten von 1 bis 2 Jahren.

Vorteile von Staatsanleihen:

 Anleihen erstklassiger Schuldner bieten eine hohe Sicherheit
 Zinseinnahmen sind genau kalkulierbar
 Rendite liegt je nach Bonität des Emittenten teils deutlich über die von Festgeld

Nachteile von Staatsanleihen:

✖ es kann zu Zahlungsverzug oder gar Zahlungsausfällen kommen
✖ steigende Zinsen bergen durch eingetretene Kursverluste die Gefahr, dass der Rückzahlungsbetrag bei vorzeitigem Verkauf unter dem Einkaufspreis liegt
✖ Fremdwährungsanleihen gehen mit Währungsrisiken einher

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Festverzinsliche Wertpapiere

Unter festverzinslichen Wertpapieren werden unterschiedliche Arten von Wertpapieren verstanden, die eine feste Verzinsung mit sich bringen. Wie hoch der Zins ausfällt, hängt davon ab, welches Risiko Du einzugehen bereit bist. Für Papiere von Staaten mit hoher Kreditwürdigkeit gibt es vergleichsweise weniger Zinsen, da diese auf sicherem Fundament stehen und ein Zahlungsausfall sehr unwahrscheinlich ist. Bei Unternehmen mit niedriger Bonität ist dies weniger der Fall, weshalb diese zumeist höhere Zinsen bieten. Zu den bekanntesten festverzinslichen Wertpapieren gehören unter anderem Pfandbriefe, Banken-Inhaberschuldverschreibungen, Genussscheine, Unternehmensanleihen (Corporate Bonds) , Staatsanleihen, Länderanleihen von Bundesländern, Hybrid-Anleihen, Zerobonds sowie Zertifikate.

Pfandbriefe

Bei Pfandbriefen handelt es sich um Schuldverschreibungen, welche durch Grundstücke oder Immobilien gedeckt sind. Herausgegeben werden diese von Schiffsbanken, Hypothekenbanken und von öffentlich-rechtlichen Institutionen. Konkret werden dabei die vom Emittenten herausgegebenen Hypothekenrechte als Pfandbrief herausgegeben. Das Geld aus den Pfandbriefen wird wiederum als Kredite an Kommunen, Bundesländer sowie den Bund weitergegeben.

Genussscheine

Genussscheine stellen wie Anleihen keine Anteilsscheine eines Unternehmens dar. Vielmehr erhältst Du als Anleger nur ein Genussrecht. Dieses umfasst ein Recht auf die jährliche Ausschüttung von Zinsen, die aus dem Gewinn des herausgebenden Unternehmens erfolgt.

Banken-Inhaberschuldverschreibungen

Ausgegeben werden diese hierzulande von Landesbanken, Volks- und Raiffeisenbanken, Sparkassen und Privatbanken. Anhand einer Inhaberschuldverschreibung wird eine Forderung gegen das herausgebende Bankinstitut auf einen namentlich nicht bezeichneten Inhaber der Schuldverschreibung verbrieft.

Zerobonds

Bei dieser Art der Anleihe, die auch als Null-Zins-Anleihe bezeichnet wird, werden keine Zinsen ausgeschüttet. Deine Rendite bekommst Du als Anleger durch die Verrechnung der Differenz, welche im Laufe der Zeit zwischen Ausgabepreis und der Rückzahlung entsteht.

Anleihefonds

Hiermit setzt Du nicht nur auf ein festverzinsliches Wertpapier, sondern auf ein Fondsmanagement, welches Dein Kapital in unterschiedliche Anleihen investiert. Je nach Risikoprofil können dies konservative, hochverzinsliche Anleihen oder eine Mischung daraus sein.

Wandelanleihen

Es gibt einen guten Grund, weshalb diese auch unter der Bezeichnung „Zwitterpapiere“ bekannt sind. In ihnen sehen manche Experten die ideale Anlage für unsichere Zeiten. Legst Du Dein Geld in eine Wandelanleihe an, kannst Du von einem Anstieg des Kurses der Aktien profitieren, an denen diese Art von Anleihe gebunden ist. Im Gegenzug erleidest Du bei sinkenden Aktienkursen aufgrund der Konstruktion als Anleihe lediglich geringe Verluste, zumeist bis höchstens zu einem Drittel des Wertes.

Hybrid-Anleihen

Diese Unternehmensanleihe ist dadurch gekennzeichnet, dass sie entweder mit sehr langer Laufzeit oder gar keiner Laufzeit ausgestattet ist. Ab einem bestimmten, vorab terminierten Zeitpunkt, kann das herausgebende Unternehmen die Hybrid-Anleihe kündigen. Ferner können die vereinbarten Zahlungen ganz ausgesetzt oder verschoben werden. Dem im Vergleich zu gängigen Unternehmensanleihen höheren Risiko wird bei Hybrid-Anleihen mittels eines Aufschlags auf die Zinsen Rechnung getragen.

Länderanleihen

Diese werden von den einzelnen Bundesländern und nicht direkt von einem Land ausgegeben. Sie können unterschiedliche Laufzeiten aufweisen und werden an der Börse gehandelt. Dabei stellen sie Schuldverschreibungen des jeweiligen Bundeslandes dar. Solche Länderanleihen sind für den Herausgeber eine gute Möglichkeit, um sich zu finanzieren.

Staats- und Bundesanleihen

siehe Staatsanleihen

Inflationsgedeckte Anleihen

Hierbei handelt es sich um Anleihen, welche sozusagen über die Inflation „gedeckt“ sind. Dies bedeutet, dass die Anleihe an die Inflationsrate (Verbraucherpreisindex) eines Landes gekoppelt ist. Hiermit wird eine Inflationssicherung erreicht.

Vorteile von festverzinslichen Wertpapieren:

Renditehöhe ist garantiert
i.d.R. risikoarme Kapitalanlage
große Vielfalt

Nachteile von festverzinslichen Wertpapieren:

✖ keine hohen Renditen erzielbar
✖ Kapital kann über einen längeren Zeitraum nicht zur Verfügung stehen
✖ Totalverlust angesichts des Emittentenrisikos ist möglich

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Gold

Für zahlreiche Deutsche stellt Gold seit jeher eine krisensichere Anlage dar. Anhänger des gelben Edelmetalls argumentieren damit, dass es mehrere Währungsreformen, Wirtschaftskrisen sowie Kriege überstanden habe. Anders als etwa Papier- oder Buchgeld, ist Gold etwas Handfestes von echtem Wert. Insbesondere lässt es sich im Gegensatz zu Papiergeld nicht beliebig vermehren, handelt es sich schließlich um eine knappe Ressource. Dennoch ist Gold keine Geldanlage, in der Anleger größere Teile ihres Vermögens investieren sollten. Anlageexperten empfehlen einen maximalen Anteil von 10 bis 30 Prozent des Anlageportfolios. Die jüngsten Krisen haben dazu geführt, dass Privatanleger in den letzten Jahren vermehrt Gold als Wertanlage gekauft haben. Dies hat zuletzt zu einem historisch hohen Goldpreis geführt. Die Nachfrage ist ungebrochen groß, nicht nur bei Privatanlegern, sondern auch bei großen Staaten wie China.

Große Kursausschläge nicht ausgeschlossen

Jedoch gibt es keine Garantie dafür, dass die Preise weiter steigen werden. Zudem haben die Kursverluste im Jahr 2013 gezeigt, dass der Goldpreis starken Kursschwankungen ausgesetzt sein und schnell fallen kann. Unerfreulich für Anleger ist zudem die Tatsache, dass beim Kauf (sowie späteren Verkauf) anfallende Gebühren und Aufschläge eine Geldanlage in Gold zu einer teuren Angelegenheit machen können. Denke etwa daran, dass die Händler in den meisten Fällen niedrigere An- als Verkaufspreise festsetzen. Das heißt: Ein Anleger, der z.B. einen Goldbarren erwirbt und diesen sofort wieder veräußert, wird ein Verlustgeschäft verbuchen, da ihm lediglich der niedrigere Ankaufspreis bezahlt wird. Insbesondere bei geringen Mengen (1 bis 5 Gramm) sind die erhobenen Aufschläge hoch. Für fünf Goldbarren mit je 20 Gramm ist demzufolge mehr zu bezahlen, als für einen 100-Gramm-Barren. Ein weiteres Risiko, welches mit dem Goldkauf einhergeht, ist das Währungsrisiko. Demnach macht es einen Unterschied, ob Du eine Feinunze Gold in Euro oder Dollar ein- bzw. verkaufst. Gehandelt wird Gold grundsätzlich in US-Dollar. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das, dass Du beim Verkauf Deines Goldes zunächst Dollar bekommst und diese dann in Euro umtauscht. Aus diesem Grund wirken sich Währungsschwankungen auf den Gegenwert in Euro aus. Wird der Dollar etwa abgewertet, ergeben sich für Dich im Zusammenhang mit dem Wiederverkauf von Gold Nachteile, zumal Du weniger Euro für den Dollar erhältst. Unter Umständen können in diesem Fall selbst dann Verluste eintreten, wenn der Goldkurs gestiegen ist. Die positive Seite der Medaille: Wird der Dollar aufgewertet, profitierst Du davon.

Gebühren drücken Rendite zusätzlich

Kritiker des Edelmetalls sehen in der Rendite einen weiteren Nachteil von Gold. Zwar gilt dieses als vergleichsweise stabil, doch große Renditeerträge darfst Du mit dieser Anlage nicht erwarten. Es erarbeitet keine Gewinne wie die Unternehmen, in denen Aktionäre ihr Geld anlegen. Und es zahlt auch keine Zinsen aus, wie Staaten und Banken, denen die Besitzer von Sparbriefen und Festgeldkonten oder Käufer von Anleihen ihr Geld leihen. Gewinne erzielst Du ausschließlich dann, wenn der Kurs zulegt und Du das Edelmetall anschließend verkaufst. Dabei kommt es nicht nur auf den Unterschied zwischen An- und Verkaufspreis an. Ob Du nämlich tatsächlich Gewinn machst, erfährst Du nur, wenn Du auch die anfallenden Kosten berücksichtigst. Diese fallen etwa für die Verwahrung in ein Bankschließfach an, in Form von Versandkosten oder als Gebühren beim Kauf und Verkauf.

Wie Gold gehandelt wird

Angeboten wird Gold in unterschiedlichen Varianten, wobei Barren die beliebteste Form der Goldanlage sind. Entscheiden kannst Du Dich für einen Mini-Barren mit einem Gewicht von 0,5 Gramm oder aber für einen Barren mit 1 Kilogramm. Darüber hinaus wird Gold auch als Schmuck angeboten und in Form von Münzen gehandelt. Münzen bringen den Vorteil mit sich, dass sie gegenüber einem Barren geringere Maße aufweisen und Du den Goldvorrat somit leichter aufteilen kannst. Wie auch bei Goldbarren, sind kleinere Einheiten an Münzen im Verhältnis gesehen teurer als größere Einheiten. Dafür lassen sich die einzelnen Stücke bei Bedarf besser verkaufen. Setzen solltest Du auf Goldbarren renommierter Anbieter wie Degussa, Heraeus oder Umicore, die von der Londoner Bullion Market Association (LBMA) zertifiziert sind. Zu den weltweit anerkannten Anlagemünzen gehören hingegen der American Eagle, Wiener Philharmoniker, Australien Nugget/Kangaroo, Maple Leaf oder Krügerrand. Diese sind standardisiert, weshalb Du auch jederzeit Abnehmer findest, möchtest Du das Gold später wieder verkaufen. Am besten ist es, wenn Du das Edelmetall angesichts der großen Auswahl und den günstigeren Preisen (gegenüber Banken) bei einem Fachhändler erwirbst. Der Händler sollte dabei Mitglied im Berufsverband des deutschen Münzhandels sein. Achte beim Kauf grundsätzlich auf eine hohe Reinheit des Goldes. Münzen sind erst ab einem Reinheitsgrad von mindestens 90 Prozent von der Mehrwertsteuer befreit, Goldbarren hingegen erst ab einem Reinheitsgrad von 99,5 Prozent. Wenn Du Gold in Barren oder Münzen hältst sind die Gewinne dann steuerfrei, wenn das Edelmetall nicht vor Ablauf eines Jahres verkauft wird. Unklar ist die Lage hingegen bei Investments in Goldpapieren, etwa eine Anleihe. Um steuerfrei zu sein, sollte diese zu einem hohen Anteil mit physischem Gold hinterlegt sein.

Tipp: Börsengehandelte Rohstoffe (Exchange Traded Commodities, kurz: ETC) stellen eine beliebte Alternative zum Goldkauf dar. Im Gegensatz zu einem ETF, der auf breit gestreute Indizes setzt und ein Mindestmaß an Diversifizierung aufweisen muss, kann mit einem ETC lediglich in einen Rohstoff investiert werden. ETCs gibt es neben Gold und anderen Edelmetallen auch auf Agrarrohstoffe, Erdgas, Öl, Industriemetalle und Lebendvieh. Wie ETFs werden auch ETCs an der Börse gehandelt. Allerdings gibt es einen elementaren Unterschied: So stellt das in ein ETC angelegte Kapital kein Sondervermögen dar, weshalb bei Insolvenz des Emittenten der Totalverlust droht. Dies liegt daran, dass es sich bei einem ETC um eine Schuldverschreibung des ETC-Anbieters handelt.

Vorteile von Gold:

 hohe Wertbeständigkeit
 greifbar
 gute Transparenz und Verständlichkeit
 Kurssteigerungen in politisch und wirtschaftlichen Zeiten

Nachteile von Gold:

✖ Gewinne sind nur durch Kursveränderungen möglich
✖ erhebliche Kursschwankungen sind nicht ausgeschlossen
✖ Währungsrisiko

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Immobilieninvestments

Trotz der Finanzkrise aus 2008 feiern Immobilien dank unsicherer Marktentwicklung und niedriger Zinsen Hochkonjunktur. Weder Zinsausfälle noch Kursrückschläge vermögen die Einkünfte aus der vermeintlich sicheren Geldanlage zu schmälern. Schätzungsweise 7 Mio. Deutsche besitzen eine Immobilie, die ihnen als Kapitalanlage dient. Eine Studie des Berliner Forschungsinstituts DIW gibt diesen Anlegern Recht, zumal Immobilien selbst in schwersten Zeiten für einen Werterhalt sorgten und eine zwar geringe, dafür jedoch stabile Nettorendite zwischen zwei und drei Prozent eingebracht haben. Selbst dann, wenn die Immobilien mit Krediten belastet waren. Vor allem in Niedrigzinsphasen stellt das Betongeld mangels Alternativen eine der wichtigsten Anlageformen für Kapitalanleger dar.

Direkte und indirekte Investition möglich

Auch die stabile Entwicklung am Immobilienmarkt spricht für den Erwerb von Anlageimmobilien. Vor allem in Ballungszentren wir Frankfurt, München, Hamburg oder Berlin steigen die Preise für Anlageimmobilien ungebrochen, was sich in den Renditen niederschlägt. Grundsätzlich kannst Du als Anleger direkt oder indirekt in Immobilien investieren. Der Kauf von Mietshäusern oder Eigentumswohnungen gehört zu den klassischen Direktinvestments. Zu den indirekten Immobilieninvestments gehören hingegen ein Real Estate Investments Trust (REIT), der Erwerb von Aktien einer Immobilien-Aktiengesellschaft, der Kauf von Anteilen an einem offenen Immobilienfonds oder die Beteiligung an einen geschlossenen Immobilienfonds. Eine direkt gehaltenen Immobilie ist entweder selbst zu verwalten oder – ebenfalls unter Verursachung von Kosten – von einem Verwalter zu betreuen. Im Falle eines indirekten Investments sind die Assetmanagement-Leistungen hingegen in der Regel inklusive. Ferner kannst Du in Objekte wie Shoppingcenter, Bürohochhäuser, Hotels oder größere Wohnparks investieren, was angesichts der hohen Investitionsvolumina vermutlich sonst nicht möglich wäre. Ob eine Direktanlage oder ein indirekte Kapitalanlage vorzuziehen ist, hängt von den individuellen Ansprüchen ab.

Wie sich die Rendite eines Immobilieninvestments berechnet

Zwar gelten Immobilien seit jeher als inflationssicher und wertstabil. Wenn Du allerdings eine ansehnliche Rendite erwirtschaften möchtest, solltest Du Dir darüber im Klaren sein, auf welche Weise dies möglich ist. Grundsätzlich setzt sich die Gesamtrendite eines Immobilieninvestments aus zwei Komponenten zusammen. Hierunter fällt zum einen die Mietrendite, welche im Zuge der kontinuierlichen Mieterträge erwirtschaftet wird. Hinzu kommt die Wertänderungsrendite, die sich in der Differenz zwischen Kaufpreis und gegenwärtigem Preis wiederspiegelt. Ein besonders erfolgreiches Immobilieninvestment ist dadurch gekennzeichnet, dass die laufenden Mieterträge ausreichen, um die anfallenden Kosten sowie die Zahlungen für Tilgung und Zins zu decken. So wird unter dem Strich ein Gewinn erzielt. Idealerweise nimmt die Immobilie auch immer wieder an Wert zu, was jedoch von verschiedenen Faktoren abhängt, wobei die Lage eine außerordentlich wichtige Rolle spielt. Fokussiere Dich hierbei vor allem auf solche Standorte, an denen die Bevölkerung wächst. Denn hier ist beim Einzelhandels-, Büroimmobilienmarkt sowie am Wohnungsmarkt am ehesten mit einem langfristigen Immobilienerfolg zu rechnen. Schließlich beeinflusst eine große Zahl an potentiellen Mietern und deren Nachfrage neben der Vermietungssituation auch die Wertentwicklung der Immobilie. Und diese wiederum hängt nicht nur von der Preisentwicklung am Immobilienmarkt ab, sondern eben auch von der Vermietungssituation. Behalte diese Zusammenhänge im Blick, egal ob es sich um ein direktes oder indirektes Investment handelt.
Zu den weiteren wichtigen Aspekten gehören die Bonität der Mieter, die künftig zu erwartenden Fertigstellungsvolumina, das Flächenangebot im betreffenden Teilmarkt, die Leerstandsquote und die Gebäudequalität – vor allem in Bezug auf die Energieeffizienz. Wichtig ist auch die Mikrolage, also etwa der Zugang zu Bildungseinrichtungen, Geschäften des täglichen Bedarfs sowie die Verkehrsanbindung. Anspruchsvolle Investoren sollten all diese Aspekte vor dem Investment berücksichtigen. Grundsätzlich eignen sich Investments in Immobilien für alle Anleger, ermöglichen sie schließlich eine Risikostreuung. Da der Großteil der Immobilieninvestments ferner vergleichsweise sicher sind, sind sie gerade auch für eher risikoscheue Menschen gedacht. Aber auch für diejenigen, denen die Rendite aus Tages- und Festgeldkonten zu niedrig ist und nach Anlagealternativen mit ausgewogenem Gewinn-/Risiko-Verhältnis suchen.

Vorteile von direkten Immobilienanlagen:

 keine steuerliche Doppelbelastung
 kein Objektzwang, Eigenverantwortung, Eigenverwaltung möglich
 Eigentumssicherheit, Handlungs- und Entscheidungsfreiheit

Vorteile von indirekten Immobilienanlagen:

✖ laufende Erträge
✖ Verkauf über die Börse möglich
✖ keine Befassung mit Immobilienverwaltung, Mietverträgen, Facility Management oder Refinanzierung
✖ Anlage-Diversifikation (Fonds, Aktien, Anleihenobligationen)
✖ Anlage auch mit niedrigen Kapitaleinsätzen möglich
✖ Performance-Überwachung durch Medien, Analysten sowie weiteren Anlegern

REIT

Während Immobilienaktien ihr Geld im Allgemeinen mit sehr unterschiedlichen Geschäftsmodellen erwirtschaften können, wissen Anleger bei einem REIT ganz genau, was mit ihrem Geld passiert. Dieses steckt nämlich in Gebäuden und wird durch Mieteinnahmen sowie Verkäufe verdient. Konkret steht REIT für Real Estate Investment Trust. Hierbei handelt es sich um börsennotierte Immobiliengesellschaften, welche überwiegend Grundstücks- und Immobiliengesellschaften managen und kaufen. Diese wiederum erwirtschaften den größten Teil ihrer Bruttoerträge aus Veräußerung, Verpachtung und Vermietung von Immobilien. REITs sind von jeglicher Art der Ertragssteuer befreit, wobei mindestens 90 Prozent des Gewinns an die Aktionäre ausgeschüttet wird. In der Vergangenheit konnten die REITs ansehnliche Renditen erwirtschaften.

Offene und geschlossene Immobilienfonds – Wo sind die Unterschiede?

Auch wenn beide Fondsarten ihr Anlagekapital in Immobilien investieren, solltest Du offene und geschlossene Immobilienfonds nicht miteinander verwechseln. Schließlich gibt es mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten. Im Gegensatz zu einem geschlossenen Fonds, der oftmals eine Mindestanlage von mindestens 10.000 Euro erfordert, sind offene Immobilienfonds für private Sparer und Kleinanleger geeignet. So sind Investitionen nicht selten ab 50 Euro möglich und auch die Anlage im Zuge eines Fondssparplans ist denkbar. Die Besteuerung beider Anlageformen weicht ebenfalls ab. Während die Erträge aus geschlossenen Immobilienfonds zumeist den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung zuzuordnen sind, werden die Erträge aus offenen Immobilienfonds in der Regel den Einnahmen aus Kapitalvermögen zugerechnet. Bei einer Beteiligung an einen geschlossenen Immobilienfonds in Form einer stillen Beteiligung, werden die Einkünfte vom Finanzamt ebenfalls als Einkünfte aus Kapitalvermögen angesehen. Hinsichtlich der Rendite versprechen geschlossene Immobilienfonds oft eine Rendite von 5 bis 7 Prozent, während bei offenen Immobilienfonds mit einer durchschnittlichen Rendite von 2 bis 4 Prozent kalkuliert wird. In puncto Sicherheit haben offene Immobilienfonds die Nase vorn. Grund hierfür ist die große Risikostreuung, zumal offene Immobilienfonds in sehr viele Objekte investieren. Der Ausfall einer Immobilie könnte so innerhalb des Fonds durch Erträge anderer Immobilien ausgeglichen werden. Geschlossene Immobilienfonds investieren hingegen in einer deutlich geringeren Zahl an Immobilien, teilweise sogar in nur ein Objekt. Fällt dieses eine Objekt aus, droht die Insolvenz des Fonds. Bei offenen Immobilienfonds ist hingegen das Totalverlustrisiko praktisch ausgeschlossen. Ein weiterer Unterschied betrifft die Laufzeit: Sie beträgt bei geschlossenen Immobilienfonds im Durchschnitt 15 bis 25 Jahre und die Rückgabe der Anteile vor Ablauf dieser Zeit ist lediglich sehr eingeschränkt sowie nur über Zweitmarktbörsen oder Zweitmärkte möglich. Eine begrenzte Laufzeit kennen offene Immobilienfonds hingegen nicht. Dafür sind folgende drei Fristen zu beachten:

  • Die Mindesthaltefrist gibt vor, wie lange Du die Anteile halten musst, bevor Du sie wieder zurückgeben darfst. Sie beträgt seit 22. Juli 2013 mindestens 24 Monate.
  • Die Rückgabefrist bestimmt, um welche Zeit die unwiderrufliche Rückgabe vorangekündigt werden muss
  • Während manche Fondsgesellschaften eine börsentägliche Rückgabe ermöglichen, ist das bei anderen nur an bestimmten Terminen im Jahr möglich.

Vorteile von offenen Immobilienfonds:

 nicht nur als Inflationsausgleich: durchschnittliche Renditen von etwa 4-5 Prozent sind möglich
 breite Risikostreuung durch Anlage in viele Objekte
 Teilnahme an offenen Fonds mit Kleinstbeträgen möglich
 nur ein Teil muss versteuert werden
 Verlauf des Fonds lässt sich über Internet und Fachzeitschriften leicht verfolgen

Vorteile von geschlossenen Immobilienfonds:

✖ überdurchschnittliche Renditechancen
✖ weitreichende thematische Vielfalt der Anlageobjekte (Medien- Umwelt-, Energie-, Flugzeugfonds, Schiffsbeteiligungen u.v.m.)

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Fonds

Anhand eines Fonds kannst Du Dich als Privatanleger bereits mit relativ kleinen Beträgen an Investitionen sowie Unternehmen beteiligen. Dabei tut ein Investmentfonds das, was jeder Anleger tun sollte: Er streut das Risiko. In diverse Branchen, Länder und Regionen. Denn ein Fonds steht für eine Sammlung unterschiedlicher Immobilien, Anleihen und Aktien. Hinter dem Konstrukt steht der Gedanke, dass jede Geldanlage Wertschwankungen unterworfen ist. Investierst Du über einen Fonds in einen Bündel aus erfolgsversprechenden Wertpapieren, so werden sich einige Erwartungen erfüllen, während andere hingegen dahinter zurückbleiben. Allerdings ist es recht unwahrscheinlich, dass Du Dein komplettes Anlagevermögen verlierst. Da eine Fondsgesellschaft das Kapital zahlreicher Anleger sammelt und investiert, kannst Du als Anteilseigner bereits mit niedrigen Beträgen Dein Risiko streuen. Ein weiterer Vorteil ist im geringen Zeitaufwand zu sehen. Hast Du Dich nämlich einmal für einen Fonds entschieden, musst Du die Entwicklungen und Kurse am Markt nicht regelmäßig beobachten und Dir neue Strategien ausdenken. Dies überlässt Du fortan den Fondsmanagern, die dafür auch eine Managementgebühr erheben. Für Fonds spricht aber auch, dass Du hierbei kein Emittentenrisiko hast. Dies bedeutet: Meldet die Fondsgesellschaft Insolvenz an, so hast Du als Anteilseigner Anspruch auf Dein Vermögen. In der Regel wird der Gegenwert nach Veräußerung der Wertpapiere erstattet. Einen Zugriff auf das Vermögen haben Gläubiger nicht. Für die unterschiedlichen Wertpapiere eines Fonds werden Zinsen sowie Dividenden fällig. Dieses Geld gehört als Anteilseigner ebenfalls Dir.

Vielfältiges Angebot an unterschiedlichen Fonds

Zu differenzieren ist zwischen „thesaurierenden Fonds“ und „ausschüttenden Fonds“. Während thesaurierende Fonds die Gewinne einbehalten und erneut investieren, schütten „ausschüttende Fonds“ dem Namen nach das Geld regelmäßig aus. Im Falle einer Thesaurierung profitierst Du demnach vom Zinseszins-Effekt. Das Fondsangebot ist äußerst vielfältig. In Abhängigkeit von Investitionsobjekten und Wertpapieren können sie unterschiedlichen Typen zugeordnet werden – beispielsweise Immobilienfonds, Rentenfonds und Aktienfonds. Jedoch erweist sich diese Einordnung nicht immer als eindeutig. Anlegerschutz wird bei Investmentfonds großgeschrieben, zumal in gesetzlichen Regelungen ganz genau festgelegt ist, was Fonds dürfen und was nicht. Eine Aufsichtsbehörde kontrolliert die Einhaltung dieser Gesetze. Für Fonds spricht auch die hohe Liquidität, zumal Du in der Regel jederzeit beliebig viele Fondsanteile veräußern oder an die Fondsgesellschaft zu tagesaktuellen Rücknahmepreisen zurückgeben kannst. Bei Investmentfonds steht es Dir frei, zwischen Einmalanlage und einem Fondssparplan mit regelmäßigen Sparraten zu wählen, die regelmäßig angepasst werden können.

Welche Kosten bei einem Fondsinvestment anfallen

Fonds bieten auf lange Sicht gute Renditechancen. Allerdings dürfen die Kosten nicht vergessen werden. Dies beginnt mit einem Ausgabeaufschlag von zumeist 5 Prozent, der einmalig bei Erwerb der Anteile in Rechnung gestellt wird. Bei Direktbanken fällt der Ausgabeaufschlag zumeist jedoch geringer aus oder gar ganz weg. Befindet sich der Fonds zudem im Depot, werden auch jährliche Verwaltungsgebühren fällig. Hier gibt es eine Spanne zwischen 0,5 bis 4 Prozent. Beim Fonds solltest Du in puncto Kosten auf die Gesamtkostenquote, kurz TER (Total Expense Ratio) achten. Dem Fondsprospekt kannst Du entnehmen, in welche Regionen und Wertpapiere das Geld angelegt und nach welchen Kriterien hierbei ausgewählt wird. Bevor Du Deine Entscheidung triffst, solltest Du zumindest das KIID (Key Investor Information Document) gut durchlesen. Dieses enthält alle wichtigen Informationen in Kürze. In diese Zusammenfassung fließen Kosten, Risiko, Anlageziele sowie Wertentwicklung in der Vergangenheit ein. Jeder Fonds lässt sich anhand seiner ISIN (International Securities Identification Number) sowie seiner WKN (Wertpapiernummer) eindeutig identifizieren.

Vorteile von Investmentfonds:

 hohe Flexibilität (auch als Sparplan nutzbar)
 gegenüber einer Anlage in Einzelwerten weniger schwankungsintensiv
 breite Streuung des Vermögens reduziert Risikopotenzial für Wertverluste
 für jedes Anlageziel gibt es einen passenden Fonds
 attraktive Renditechancen
 professionelles Portfoliomanagement

Nachteile von Investmentfonds:

✖ Ertragsrisiko sowie Risiko marktbedingter Schwankungen
✖ Fondskosten fallen teils sehr hoch aus

Welche Fondstypen gibt es?

Auf dem Markt werden verschiedene Fondsarten unterschieden. Es gibt sowohl Produkte für sicherheitsbewusste (z.B. Immobilien- oder Rentenfonds) sowie stark renditeorientierte Anleger (z.B. Aktienfonds). Die geläufigsten Typen sind:

Aktienfonds

Diese Fonds investieren nahezu ausnahmslos oder nur in Aktien. Hierzulande dürfen es nicht weniger als 16 unterschiedliche sein, wobei keine mehr als 10 Prozent des Fondsvermögens ausmachen darf. Oftmals ist die Herkunft der Wertpapiere auf bestimmte Branchen, Länder, Länderkategorien (z.B. Schwellen- oder Industrieländer), Regionen (z.B. Asien, Nordamerika, Europa) oder Unternehmen einer bestimmten Größe begrenzt. Aktienfonds gelten gemeinhin gegenüber Misch- oder Rentenfonds als riskanter, zugleich aber auch als chancenreicher. Aktienfonds eignen sich für risikobewusste Anleger mit hohen Ertragserwartungen.

Rentenfonds

Im Mittelpunkt von Rentenfonds stehen überwiegend Staats- und Unternehmensanleihen, wobei im Portfolio aber auch weitere Zinspapiere wie Genussscheine oder Pfandbriefe vorkommen. Ihren Namen verdanken die Fonds der Tatsache, dass Anleihen in der Fachsprache als Renten bezeichnet werden. Demnach haben diese nichts mit Altersbezügen zu tun. Als Altersvorsorge werden diese Fonds dennoch von zahlreichen Anlegern genutzt, da das Risiko dieser Anlageform relativ gering ist und Kursschwankungen nicht so stark ausfallen. Gewinne resultieren insbesondere aus Zinsausschüttungen. Rentenfonds sind eine Anlageoption für vorsichtige Anleger.

Mischfonds

Manager von Mischfonds erwerben mit dem Fondsvermögen Anleihen und Aktien, hin und wieder werden diese auch mit Immobilien und Rohstoffen ergänzt. Auf diese Weise wird das Risiko noch weiter gestreut und gleichzeitig negativen Entwicklungen einer gesamten Anlageklasse vorgebeugt. Das Mischungsverhältnis ist je nach Fonds konkret oder in etwa vorgegeben. Daher kannst Du die Entscheidungen des Fondsmanagers auch vergleichsweise gut nachvollziehen. Hierbei gilt die Faustregel: je kleiner der Aktienanteil ausfällt, desto sicherer – je kleiner der Rentenanteil, desto riskanter ist das Investment.

Hedgefonds

Unter allen Fonds hat diese Gattung wohl das bunteste Portfolio intus. Neben Rohstoffen, Anleihen und Aktien finden sich darin Lebensmittel, Unternehmensbeteiligungen, Bankkredite, Derivate, Devisen und vieles mehr. Übersetzt bedeutet Hedge so viel wie absichern oder schützen – den Investoren sollen Hedgefonds in jeglicher Börsensituation zu Gewinnen verhelfen, beispielsweise durch Wetten auf einen Währungsverfall und sinkende Kurse. Negativ angekreidet werden den Hedgefonds immer wieder die hohen Gebühren, die erhebliche Gewinnbeteiligung des Herausgebers sowie der Umstand, dass sich die Entscheidungen des Fondsmanagers kaum nachvollziehen lassen.

Dachfonds

Dachfonds haben es sich zur Aufgabe gemacht, ihr Vermögen in andere Arten von Investmentfonds zu investieren. Interessant könnte ein Dachfonds für Dich dann sein, wenn Du lediglich über geringe Marktkenntnisse verfügst und Dich zu den sicherheitsorientierten Einsteigern zählst. Die vergleichsweise hohe Risikostreuung ist eines der Vorteile dieser Fondskategorie. Zu den Nachteilen gehören jedoch die relativ hohen Kosten. Denn neben den Management- und Verwaltungsgebühren für den Dachfonds, fallen auch Gebühren für die Fonds an, in die investiert wird.

Geldmarktfonds

Ein Geldmarktfonds legt das Vermögen nur in kurzfristige Geldmarktanlagen wie Termin- und Tagesgeldern oder Rentenpapieren mit einer kurzen Restlaufzeit an. In der Regel kannst Du mit dieser äußerst risikoarmen Form der Geldanlage höhere Renditen als mit einem Sparbuch oder Tages- und Festgeld erzielen. Demzufolge sind Geldmarktfonds insbesondere für eine kurzfristige Geldanlage geeignet sowie für Anleger, die nur ein geringes Risiko eingehen möchten.

Immobilienfonds

(siehe unter offenen und geschlossenen Immobilienfonds)

Indexfonds (ETF)

Bei einem ETF (Exchange Traded Funds) handelt es sich um einen börsengehandelten Indexfonds, welcher einen bestimmten Index abbildet. Hiermit ist gewährleistet, dass sich die Performance des ETF stets parallel zum Index entwickelt. Demnach liegt dem Fonds immer ein Index zugrunde. Auf diese Weise kommen ETFs grundsätzlich ohne einen Fondsmanager aus, weshalb es sich hier auch um passiv gemanagte Fonds handelt. Welche Papiere in dem ETF umfasst sein dürfen, legt einzig und allein das Regelwerk des jeweiligen Index fest. Um den Index so gut wie möglich nachbilden (replizieren) zu können, machen sich die Herausgeber zwei verschiedene Replikationsmöglichkeiten zunutze: Die synthetische sowie die physische. Im Falle der synthetischen (indirekten) Replikation suchen sich die ETF-Anbieter einen Kontrahenten und schließen mit diesem einen Vertrag (Swap) ab. Der Vertragspartner verpflichtet sich dabei, die Entwicklung des gewünschten Index zu gewährleisten. Bei der physischen (direkten/vollständigen) Replikation, erwirbt der ETF-Herausgeber sämtliche Titel, die in dem zugrunde liegenden Index vorhanden sind selbst. Handelt es sich um einen ETF auf den DAX, so wären dies die Titel der dreißig größten am deutschen Kapitalmarkt notierten Unternehmen. Ein ETF kann genauso effizient und einfach gehandelt werden wie börsennotierte Aktien. Die Auflegung dieser Fonds erfolgt ferner nach den geltenden Investmentgesetzen. Eines der Vorteile von ETFs liegt in deren Transparenz und Einfachheit. Investiert du darin, weißt Du ganz genau, was Du im Depot hältst. Die Positionen sind laufend einsehbar, das Risiko ist breit gestreut. Ferner erweisen sich ETFs als sehr flexibel, lassen sie sich jederzeit kaufen und verkaufen. Wie alle anderen Investmentfonds, fallen die Anlagegelder unter das Sondervermögen, weshalb das Kapital von einer Depotbank treuhänderisch verwahrt wird. Somit ist das Vermögen bei Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt. ETFs unterliegen außerdem keiner Laufzeitbeschränkung. Da es sich um passiv verwaltete Fonds handelt, fallen die Transaktionskosten gering aus, werden Änderungen im Index schließlich zumeist nur bei Indexanpassungen vorgenommen. Der passive Managementstil sorgt zudem für niedrige Verwaltungskosten. Ein Ausgabeaufschlag, wie bei herkömmlichen Fonds, ist bei ETFs nicht zu bezahlen. In puncto Performance zeigt sich, dass ETF in mehr als 2/3 der Fälle langfristig besser abschneiden als aktive Anlagefonds. Bei einem ETF wird die Indexrendite nämlich abzüglich der Kosten erreicht, was bei aktiven Fonds außer Acht gelassen wird.

Vorteile von ETFs:

 gute Handelbarkeit
  transparent, einfach und liquide
 breit diversifiziert
 geringe Kosten

Nachteile von ETFs:

✖ Verständnis für Funktionsweise des Index sollte vorhanden sein
✖ Anleger muss sich um die Anlage selbst kümmern (kein Fondsmanager)
✖ gegenüber dem Index sind keine Überrenditen möglich

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Zertifikate

Zertifikate gehören zu den sogenannten strukturierten Produkten. Sie stellen Schuldverschreibungen dar, welche über derivative Eigenschaften verfügen. Dies bedeutet, dass die Entwicklung eines Zertifikats grundsätzlich von der Wertentwicklung eines anderen Finanzproduktes (der sogenannte Basiswert bzw. das Underlying) abhängt. Emittiert werden Zertifikate, die überwiegend an Privatkunden veräußert werden, seitens der Bankinstitute. Inzwischen gibt es sie wie Sand am Meer, was äußerst praktisch ist, da sich mit ihnen alle erdenklichen Markterwartungen umsetzen lassen. Du kannst dadurch diverse Anlagestrategien verfolgen und in unterschiedliche Anlageklassen investieren. Gehandelt werden Zertifikate überwiegend außerbörslich. Hinweis: Als Schuldverschreibungen stellen Zertifikate im Gegensatz zu Investmentfonds kein Sondervermögen dar, weshalb sie der Insolvenzmasse unterliegen. Meldet der Emittent demnach Insolvenz an, können Anleger einen Totalverlust erleiden. Gehandelt werden überwiegend folgende Arten an Zertifikaten:

Index-Zertifikate

Als Klassiker unter den Zertifikaten, erlauben Index-Zertifikate die direkte Partizipation an der Entwicklung unterschiedlicher Indizes. Ein Vorteil für den Anleger liegt in der Risikostreuung, die mit dem Kauf eines solchen Zertifikats erlangt wird. Denn das Kapital wird nicht nur in einzelne Aktien angelegt, sondern in die Wertentwicklung eines gesamten Index. Wenn Du auf diese Weise etwa auf den DAX setzt, bist Du mit jedem einzelnen Wertpapier direkt an der Wertentwicklung der 30 Unternehmen beteiligt. Der Index wird hierbei 1:1 abgebildet. Weil Indexstände zumeist sehr hoch notieren, wäre eine Beteiligung daran für viele Anleger zu teuer. Die Index-Zertifikate schaffen mittels Bezugsverhältnis Abhilfe, durch den der Indexstand meist im Verhältnis von 1:100 abgebildet wird. Bei einem DAX-Stand von 9.800 Punkten kostet Dich ein Index-Zertifikat lediglich 98 Euro. So kannst Du auch mit geringen Beträgen in einen Index investieren. Steigt der DAX auf 11.000 Punkte, so steht das Zertifikat bei 110 Euro. Aufgelegt werden Index-Zertifikate auf nahezu alle bekannten Indizes (etwa DJ Euro Stoxx 50 Index, S&P 500, Dow Jones, Hang Seng Index, Nikkei 225). Auch auf Rohstoffe wie Öl oder Gold sowie Branchenindizes (z.B. Energie, Finanzen) werden Zertifikate emittiert. Zumeist ist die Laufzeit von Index-Zertifikaten exakt festgelegt, wobei seit einiger Zeit auch Open-End-Zertifikate ausgegeben werden. Diese sehen kein festes Laufzeitende vor, wobei der Emittent nach einigen Jahren zumeist ein Kündigungsrecht wahrnehmen kann. In diesem Fall ist dem Anleger das Geld zum jeweiligen Wert zurückzuzahlen. Wird das Zertifikat auf einen ausländischen Index ausgegeben, so besteht oft neben dem Aktienrisiko auch ein Fremdwährungsrisiko. Wenn Du in Index-Zertifikaten investierst, profitierst Du auch von den Dividenden der Aktien im Index. Bei der Unterart Performance-Index werden die Dividenden erneut in den Index eingerechnet, während bei einem Kurs-Index die Dividenden nicht wieder in den Index eingerechnet werden.

Basket-Zertifikate

Ähnlich wie Index-Zertifikate aufgebaut, bildet ein Basket-Zertifikat nicht die Wertentwicklung von Indizes 1:1 ab, sondern die eines Aktienkorbs (Basket). Hier ist der Emittent in der Zusammensetzung relativ frei, weshalb der Korb zumeist aus einer definierten Anzahl von Aktien aus einer Branche oder Region besteht. Ein Auto-Basket umfasst so etwa Werte wie Daimler, BMW und VW. Der besondere Vorteil eines Basket-Zertifikats liegt darin, dass Du kostengünstig und schnell in Anlagetrends investieren kannst. Sehr interessant sind Basket-Strategie-Zertifikate, deren Zusammensetzung ganz bestimmten Regeln folgt, wobei diese Regeln regelmäßig überprüft werden. Beispielsweise finden sich in dem Basket ausschließlich dividendenstarke Aktien wieder, so dass Du von ertragreichen Substanzwerten profitieren kannst.

Discount-Zertifikate

Hierbei handelt es sich um die am meisten verbreitete Zertifikateklasse. Die Funktionsweise ist recht einfach: Als Anleger erwirbst Du einen Basiswert mit einem Nachlass (deshalb Discount) gegenüber dem aktuellen Börsenkurs. Deine Markterwartung ist dabei essentiell für die Investition in ein Discount-Zertifikat. Möchtest Du etwa in den Basiswert DAX investieren, solltest Du Dich mit dessen künftiger Entwicklung auseinandersetzen und für Dich festlegen, ob Du von einem Wertzuwachs oder Wertverlust des Index ausgehst. Es gilt, dass sich das Discount-Zertifikat in nahezu allen Marktlagen besser als der Index selbst entwickelt. Der Bezug des Basiswertes kann dank des Discount-Zertifikats mit einem Rabatt erfolgen. Auf diesem Weg erhältst Du etwa eine Aktie, welche an der Börse für 73 Euro gehandelt wird, zum Preis von 43 Euro. Ist die vereinbarte Vertragslaufzeit abgelaufen, so wird am Fälligkeitstag eine Aktie ausgegeben oder der entsprechende Gegenwert in Geld. Hinweis: Dies gilt nur dann, wenn die Aktie am oder unter dem Höchstbetrag (Cap) notiert. Der Cap wird bei Emission festgeschrieben und bleibt während der Laufzeit unverändert.
Beispiel: Es wird angenommen, dass eine Aktie bei 90 Euro liegt und der Cap des Zertifikats bei 95 Euro. Kosten soll das Zertifikat 80 Euro, was einem Rabatt von über 10 Prozent entspricht. Sofern die Aktie zum Laufzeitende bei 95 Euro oder höher liegt, erhältst Du eine Rückzahlung von 95 Euro, was einem Gewinn von 15 Euro entspricht. Unter 95 Euro bekommst Du umgerechnet den Kurs des Basiswerts wieder, entweder in Form einer Aktienausgabe oder durch Barausgleich. Erst bei Kursen unter 80 Euro gleitet das Zertifikat in die Verlustzone.

Bonus-Zertifikate

Wer auf steigende Kurse einzelner Indizes oder Aktien setzt, sieht sich nicht nur dem Risiko ausgesetzt, dass der Kurs sinkt. Denn zugleich wird auch dann kein Ertrag erzielt, wenn sich der entsprechende Wert seitwärts bewegt – es sei denn, es werden Dividenden ausgeschüttet. In solchen Situationen stellen Bonus-Zertifikate eine interessante Anlagealternative dar. Denn hiermit kannst Du in Seitwärtsmärkten eine attraktive Rendite mit einem großzügigen Risikopuffer kombinieren. Die Bonus-Chance wahrst Du solange, wie der Aktienkurs seitwärts tendiert oder nur leicht fällt. Jedoch gilt: Während der Zertifikate-Laufzeit darf die Aktie nie eine Barriere unterhalb des aktuellen Kurses unterschreiten oder berühren. Ist dies der Fall, erlischt die Bonus-Chance, so dass Du am Laufzeitende den gegenwärtigen Wert der Aktie ausbezahlt bekommst. Auf die Gewinnchancen eines starken Aufwärtstrends musst Du nicht verzichten, da Du in vollem Umfang an der positiven Wertentwicklung der Aktie partizipieren kannst. Erfolgreich einsetzen kannst Du Bonus-Zertifikate dann, wenn Du davon ausgehst, dass sich eine bestimmte Aktie positiv oder seitwärts entwickeln wird. Dabei gilt: Je geringer die Sicherheitsschwelle (Barriere) und je weniger Sicherheitspuffer somit vorhanden ist, desto höher wird das Bonus-Level ausfallen und umgekehrt.
Beispiel: Einem Bonus-Zertifikat liegt als Basiswert eine Aktie mit einem Kurs von 60 Euro zugrunde. Das Bonus-Level könnte bei 70 Euro, die Sicherheitsschwelle hingegen bei 50 Euro liegen. Wird die Sicherheitsschwelle während der Laufzeit nicht erreicht, erhältst Du den Bonus-Level von 70 Euro. Notiert die Aktie am Schluss oberhalb dieses Levels, bekommst Du den jeweiligen Kurs ausbezahlt. Sinkt jedoch die Aktie unter die Sicherheitsschwelle, wird Dir am Laufzeitende der dann aktuelle Kurs ausbezahlt, der auch unter 50 Euro liegen kann.

Garantiezertifikate

Ein Garantiezertifikat bietet Dir zumeist eine garantiere Rückzahlung des investierten Kapitals. Deshalb werden sie auch als Kapitalschutz-Zertifikate bezeichnet. Im Gegenzug partizipierst Du an der positiven Wertentwicklung des Basisinstruments nur eingeschränkt. So kann es sein, dass das Zertifikat die Entwicklung des Index nur mit einer Partizipationsrate von 50 Prozent abbildet. Dies bedeutet, dass Du an der positiven Kursentwicklung nur zur Hälfte teilhaben kannst. Geht alles gut, wird der volle Gewinn ausbezahlt. Läuft es hingegen weniger gut, wird am Laufzeitende zumindest das Kapital zurückerstattet, was Du zuvor investiert hattest. Am Laufzeitende wird demnach die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals sogar dann garantiert, wenn der Basiswert weit in die Verlustzone rutscht.
Beispiel: Ein Zertifikat im Wert von 100 Euro, welches auf den DAX setzt, wird mit einer Laufzeit von 5 Jahren ausgegeben. Zu Beginn beträgt der DAX-Kurs 9.600 Punkte, am Ende hingegen 10.200 Punkte. Das Bezugsverhältnis soll bei 0,03 liegen. Bei einer Auszahlung würdest Du neben Deinen investierten 100 Euro weitere 18 Euro erhalten ((10.200-9.600)*0,03).

Sprint-Zertifikate

Mit einem Sprint-Zertifikat kannst Du innerhalb einer gewissen Handelsspanne an den Kurssteigerungen des Basiswerts partizipieren. Oberhalb dieser Spanne sind Gewinne durch einen Cap begrenzt. Darüber hinaus kommt es zu keiner weiteren positiven Entwicklung. Unterhalb der Spanne erfolgt die Entwicklung zum Laufzeitende hingegen im Einklang mit dem Basiswert. Innerhalb von dem Cap und dem festgelegten Schwellenkurs partizipierst Du doppelt an der Bewegung. Notiert der Basiswert am Ende oberhalb des Caps, erhältst Du eine Auszahlung in Höhe des Cap-Niveaus zuzüglich der Spanne zwischen Cap und Schwellenkurs. Notiert er zwischen diesen Grenzen, wird die Höhe der Basiskurses zuzüglich der Spanne zwischen Basiswertkurs und dem Schwellenkurs erstattet. Notiert der Basiswert unter der Schwelle, werden entweder Aktien des Basiswerts ausgegeben oder der Basiswertkurs ausbezahlt.

Outperformance-Zertifikate

Der einzige Unterschied gegenüber einem Sprint-Zertifikat liegt darin, dass der Cap entfällt. An Kurssteigerungen oberhalb des Basispreises kannst Du demnach in voller Höhe teilhaben. Maßgebend ist stets der Basiswert. Darüber hinaus schreibt der Emittent eine Partizipationsrate fest, welche oberhalb von 100 Prozent und durchaus auch 250 Prozent betragen kann. Mit dieser Partizipationsrate wirst Du an Entwicklungen oberhalb des Basiswerts teilhaben. Unterhalb der Schwelle entwickelt sich das Zertifikat genauso wie der Basiswert.

Vorteile von Zertifikaten:

 die Vielfalt trägt sowohl risikoaversen wie auch renditeorientierten Anlegern Rechnung
 Zertifikate ermöglichen eine Risikostreuung im Portfolio
 Basiswerte können zu einem Bruchteil des eigentlichen Preises erworben werden
ermöglichen die Umsetzung unterschiedlicher Strategien

Nachteile von Zertifikaten:

✖ bei einigen Zertifikaten ist ein Totalverlust nicht ausgeschlossen
✖ die genaue Funktionsweise der einzelnen Zertifikate ist nicht immer leicht zu verstehen
✖ die Preisbildung ist angesichts zahlreicher Effekte nur schwer nachvollziehbar
✖ mögliche Gewinnbeschränkungen durch Cap

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Aktienanleihen

Diese Anlageform verspricht eine gute Rendite bei überschaubarem Risiko. Aktienanleihen (auch Reverse Convertibles bezeichnet) sind Zertifikate mit einem festen Zinskupon und keine klassischen Bonds. Demnach wird eine Inhaberschuldverschreibung mit einer hochverzinslichen Anleihe kombiniert. Als Anleger leihst Du dem Emittenten einen bestimmten Geldbetrag aus, für den Du neben der Aktienanleihe einen Jahreszins bekommst. Gekoppelt ist die Wertentwicklung von Aktienanleihen an einen Index oder eine Aktie. Die Entwicklung dieses Basiswerts bestimmt, ob es das eingesetzte Kapital am Laufzeitende zurückgibt oder eine Vergütung mit Aktien erfolgt. Handelt es sich bei dem Basiswert um einen Index, erfolgt die Rückzahlung entweder in Form von Indexzertifikaten oder in bar. Über die Art der Rückzahlung entscheidet der Emittent. Je nachdem, wie sich der Basiswert entwickelt, kann er die Auszahlung einer zuvor festgelegten Anzahl an Aktien oder die Lieferung des Nennwerts beschließen. Aktienanleihen sind insbesondere deshalb attraktiv, weil sie über einen hohen, über Marktniveau liegenden Zinskupon verfügen. Die hohen Zinsen dienen vor allem bei stagnierenden Märkten auch als Risikopuffer, zumal sie mögliche Verluste teilweise oder ganz auszugleichen vermögen.
Beispiel: Liegt der Wert eine Aktie am Ende der Laufzeit von 1 Jahr oberhalb eines festgelegten Basiskurs von 50 Euro, erhältst Du Dein eingesetztes Kapital sowie einen Zinsen in Höhe des Zinskupons (z.B. 16 Prozent) ausbezahlt. Eine Beteiligung an dem Kursgewinn erfolgt nicht.

Vorteile von Aktienanleihen:

 empfehlenswert bei seitwärts verlaufenden oder leicht fallenden Märkten
  kurzfristige Kurseinbrüche sind nicht tragisch, da lediglich der Kurs am Bewertungstag relevant ist
 attraktive Ergänzung zum Depot

Nachteile von Aktienanleihen:

✖ Anleger tragen das gesamte Emittentenrisiko
✖ bei schlechter Kursentwicklung besitzt der Anleger am Ende Aktien, die weniger wert sind, als der ursprüngliche Einsatz

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Aktien

Viele Anleger scheuen Aktien. Dies belegen etwa die Aktionärszahlen des Deutschen Aktieninstituts, welche davon ausgehen, dass lediglich rund 9 Mio. Bundesbürger in Besitz solcher Wertpapiere sind. Gemessen an der Gesamtbevölkerung entspricht dies einem Anteil von 14 Prozent. Im Vergleich zu vielen anderen europäischen Staaten fällt diese Quote äußerst niedrig aus. Dabei sollten Aktien aus Sicht vieler Experten ein fester Bestandteil einer langfristigen Kapitalanlage sein. Ein wesentlicher Grundfehler von Privatanlegern besteht darin, die Aktie in erster Linie als ein Instrument für kurzfristige Spekulationen anzusehen. Selbstverständlich können die Wertpapiere zur kurzfristigen Spekulation eingesetzt werden, gerade im Rahmen des sogenannten Daytrading. Doch eigentlich stellen Aktien ein Instrument im Rahmen einer langfristigen, nicht selten Jahrzehnte währenden Anlagestrategie dar.

Was ist eine Aktie überhaupt?

Grundsätzlich handelt es sich bei Aktien um Wertpapiere, welche Anteile an einem Unternehmen repräsentieren. Größere Firmen, die in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft (AG) an der Börse gelistet sind, haben die Möglichkeit, über die Ausgabe von Aktien Kapital einzusammeln. In Abhängigkeit der Menge an Aktien, bist Du als Aktienbesitzer zu einem bestimmten Prozentsatz Mit-Eigentümer an dieser Firma. Je mehr Aktien Du demnach im Besitz hast, desto größer ist Dein Anteil am Unternehmen. Ab einer bestimmten Größenordnung ist es Dir sogar möglich, in die Entscheidungsprozesse des Betriebs mitzuwirken. Hierfür wird allerdings ein sehr hoher Aktienanteil gefordert. Je nach Aktienform, stehen Dir als Aktionär unterschiedliche Rechte zu. Sogenannte Vorzugsaktien berechtigen etwa zu einer größeren Erfolgsbeteiligung als Stammaktien, während letztere insbesondere mit einem Stimmrecht ausgestattet sind und Dich an Unternehmensentscheidungen partizipieren lassen. Des Weiteren wird zwischen Inhaberaktien und Namensaktien unterschieden. Im Gegensatz zu Namensaktien erfolgt bei Inhaberaktien keine namentliche Erfassung des Aktionärs.

Wie sich mit Aktien Geld verdienen lässt

Läuft es gut, verdienst Du als Aktionär auf zweifachem Weg: Einerseits im Rahmen der jährlichen Ausschüttung der Dividende. Dies stellt den Teil des Firmengewinns dar, den das Unternehmen an ihre Anleger weitergibt. Du wirst auf diese Weise am Gewinn beteiligt, hast Du der Firma schließlich Kapital zur Verfügung gestellt. Zum anderen verdienst Du durch Kurssteigerungen, sofern der Kurs zum Betrachtungszeitpunkt höher liegt, als zum Kaufzeitpunkt. Laut dem Deutschen Aktieninstitut beläuft sich die Renditedifferenz zu festverzinslichen Wertpapieren auf ungefähr 2 Prozent. Vor allem in Zeiten niedriger Zinsen ist es sinnvoll, über eine Investition in Aktien nachzudenken. Denn: Hohe Zinsen führen zu hohen Kapitalkosten, was den Gewinn schmälert. Ist der Zinssatz hingegen niedrig, kann sich das Unternehmen günstig Kapital besorgen. Analysten rechnen dann mit einem Kursanstieg, wenn auch mit etwas zeitlicher Verzögerung. Zusätzlich zum hohen Renditepotential wird die Aktie oftmals als vergleichsweise inflationssicher erachtet. Schließlich wird über die Aktie in die Maschinen, Immobilien sowie Fähigkeiten der Mitarbeiter eines Unternehmens investiert. Diese Werte bleiben selbst bei mittelmäßigen Inflationsraten erhalten. Erst sehr hohe Inflationsraten wirken sich negativ auf die gesamte Volkswirtschaft und damit auf den Aktienwert aus.

Aktien rechnen sich als langfristige Geldanlage

Auch Aktien stellen nicht die perfekte Anlage dar und werden seitens Finanzberatern nicht solchen Kunden empfohlen, die sich keinem Risiko aussetzen wollen. Grundsätzlich solltest Du nicht Dein gesamtes Kapital in Aktien anlegen. Denn Schwankungen der Börsenkurse können extrem hoch ausfallen und vollkommen unberechenbar sein. Ferner ist zu bedenken, dass nicht nur Fakten wie Gewinn, Umsatz, Marktstellung, Auftragslage, Finanzierungsquoten etc. eine Rolle spielen. Gerade die Psychologie hat erheblichen Einfluss auf die Börsenentwicklungen. Ein Renditecheck belegt, dass Aktien bei langfristiger Betrachtung eine sehr gute Rendite verbriefen. Wer etwa im Jahr 1980 eine Aktie aller im DAX gelisteten Gesellschaften erwarb und diese 10 Jahre später wieder verkaufte, konnte sich durchschnittlich über eine Rendite von 13 Prozent im Jahr freuen. Auf ganze 16,5 Prozent Gewinn durfte sich derjenige freuen, der 1990 ins Börsengeschehen einstieg und eine Dekade lang an seinen Aktien festhielt. Wenn Du demzufolge einen langen Atem beweist, kannst Du mit einer Anlage in Aktien Dein Vermögen signifikant vermehren. In der langfristigen Betrachtung zeigt sich zudem, dass es sich bei Aktien um eine sichere Anlageform handelt. Je länger Du Dein Geld in Aktien investierst, desto niedriger fällt das Verlustrisiko aus. So gibt es nahezu keinen Zehnjahreszeitraum, innerhalb dessen Anleger mit einem Aktieninvestment in die Verlustzone kamen. Sofern Du trotz dieser Erhebungen des Deutschen Aktieninstituts nicht direkt in eine Einzelaktie investieren möchtest, findest Du mit einem Aktienfonds eine interessante Alternative. Dieser besteht gleich aus einer größeren Zahl von Aktien, wodurch das Risiko reduziert und die Chancen dennoch gewahrt werden.

Mit welchen Kosten bei Aktien zu rechnen ist

Um Aktien erwerben und handeln zu können, benötigst Du ein Wertpapierdepot. Dieses kannst Du bei der Hausbank sowie Direktbank eröffnen oder aber das Angebot eines Online-Brokers nutzen. Ein Online-Broker bietet Dir den Vorteil, dass die Gebühren teils deutlich niedriger liegen. Konkret handelt es sich hierbei um reine Depot-Banken, bei denen sich alles ausschließlich um Geldanlage dreht. Viele von ihnen bieten das Depot kostenfrei an. Online-Broker sind insbesondere auch für diejenigen oft die erste Wahl, die öfter an der Börse tätig sind und dabei Kosten sparen möchten. Grundsätzlich ist auf die Handelskosten zu achten, welche pauschal oder in Form einer Staffel geregelt sein können. Neben dem Depot richtet die Bank oder Broker noch ein Verrechnungskonto ein, auf dem etwa im Falle eines Aktienverkaufs der Erlös gutgeschrieben wird. Gleiches gilt für eine Dividende. Handeln kannst Du Aktien nicht nur an der Frankfurter Wertpapierbörse und ihrer elektronischen Handelsplattform Xetra. Daneben gibt es nämlich 7 weitere Regionalbörsen, unter anderem in München, Berlin, Hamburg und Stuttgart.

Steuerliche Behandlung von Aktiengewinnen

Alles, was Du als Aktionär mit Deiner Geldanlage verdienst, unterliegt der Kapitalertragssteuer bzw. Abgeltungssteuer. Für jeden Steuerpflichtigen beläuft sich der Steuersatz auf 25 Prozent. Weil noch Solidaritätszuschlag sowie je nach Kirchenzugehörigkeit auch Kirchensteuer anfällt, werden unter dem Strich 26 bis 28 Prozent der Erträge abgezogen. Um die Besteuerung musst Du Dich nicht selbst kümmern, zumal es sich bei der Abgeltungssteuer um eine Quellensteuer handelt. Sie wird vom Bankinstitut direkt an das Finanzamt weitergeleitet. Da seit 2009 keine Werbungskosten mehr geltend gemacht werden können, lassen sich die Depotkosten nicht mehr steuerlich absetzen. Ganz von allein verrechnet jedoch das Geldhaus Gewinne und Verluste, welche Du beim Erwerb und Verkauf der Aktien generiert hast. Anschließend wird lediglich eine positive Differenz versteuert. Laut Gesetzgeber darfst Du jedoch jährlich aus dem Aktienhandel 801 Euro einnehmen, Ehepartner doppelt so viel. Um von diesem Sparerpauschbetrag zu profitieren, solltest Du einen Freistellungsauftrag ausfüllen. Diesen erhältst Du von Deiner Bank oder deren Internetseite.

Vorteile von Aktien:

 hohes Renditepotential – Kurssteigerungen zuzüglich Dividenden
 langfristig betrachtet erweisen sich Aktien als relativ sicher
 auch für kurzfristige Spekulationen geeignet
 große Liquidität, weshalb Aktien während der Handelszeiten jederzeit gekauft und verkauft werden können
 Stimmrecht auf der Hauptversammlung (jedoch kleine Gewichtung)

Nachteile von Aktien:

✖ hohe Verluste und sogar Totalverlust sind bei schlechten Unternehmenserwartungen und Krisenzeiten nicht ausgeschlossen
✖ Einzelaktien bieten keine Möglichkeit der Risikostreuung
✖ Kursgewinne unterliegen der Steuerpflicht

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Optionsscheine und Optionen

Optionsscheine gehören zu den risikoreichen Varianten des Börsengeschäfts. Grundsätzlich stehen sie für die handelbare Form eines Rechts. Hierin liegt ein Unterschied zur Aktie, die eine Beteiligung am Produktivvermögen eines Unternehmens darstellt. Eine umfassende Definition dieser Produkte lautet:
„Optionsscheine berechtigen deren Inhaber, einen konkreten Basiswert zu einem bestimmten Basispreis (Strike), in einem bestimmten Bezugsverhältnis sowie innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu kaufen („Call“) oder zu verkaufen („Put“).“ Hieraus wird deutlich, dass Optionsscheine vier Merkmale aufweisen. Dem Basiswert kann entnommen werden, ob sich der Optionsschein auf eine Anleihe, eine Devise, einen Rohstoff, eine Aktie oder einen Index bezieht. Der oft auch als Ausübungspreis bezeichnete Basispreis steht für den Preis, zu dem Du den Basiswert erwerben oder veräußern kannst. Wie viele Optionsscheine du benötigst, um das entsprechende Recht ausüben zu können, gibt das Bezugsverhältnis an. Liegt dieses etwa bei 100:1 bedeutet dies, dass 100 Optionsscheine erforderlich sind, um eine Aktie als Basiswert kaufen zu können.
Beispiel: Ein Call-Optionsschein auf eine Aktie, die bei 100 Euro notiert, kostet 80 Euro. Das Bezugsverhältnis liegt bei 10:1 oder 0,1. Unter Berücksichtigung dieses Bezugsverhältnisses kostet der Call am Laufzeitende 2 statt 20 Euro.
Dank dieses Bezugsverhältnisses lassen sich Optionsscheine preiswerter darstellen und hierdurch für eine große Zahl an Anlegern zugänglich machen.

Spekulation auf steigende sowie fallende Kurse möglich

Wird das Recht ausgeübt, kann der Gegenwert bar ausbezahlt werden, oder Du erhältst tatsächlich Aktien geliefert. Zumeist ist angesichts der einfacheren Handhabung der Barausgleich vorgesehen. In einem solchen Fall wird der Differenzbetrag des Optionsscheins erstattet. Die Optionsscheinbedingungen des Emittenten regeln, ob etwa bei Verfall des Papiers eine automatische Ausübung vorgesehen oder eine schriftliche Erklärung des Anlegers erforderlich ist. Wie lange das entsprechende Recht ausgeübt werden kann, verrät die Laufzeit. Hier ist zwischen europäischen und amerikanischen Optionsscheinen zu unterscheiden. Erstere sind ausschließlich zum Laufzeitende ausübbar. Ein amerikanischer Optionsschein kann hingegen auch jederzeit während der Laufzeit ausgeübt werden. Das Prinzip von Optionsscheinen fußt auf einer Art Wette: Als Anleger wettest Du darauf, dass der Kurs des Basiswerts (z.B. Daimler-Aktie) binnen eines Jahres über einen bestimmten Betrag hinaus steigt (Call) oder fällt (Put). Demnach besteht mit einem Optionsschein die Möglichkeit, auch bei fallenden Kursen Geld zu verdienen. Du musst Dich vorab nur richtig entschieden haben. Der Reiz eines Optionsscheins liegt insbesondere in seiner Hebelwirkung, wodurch Du überdurchschnittlich von den Bewegungen des Basiswerts profitieren kannst.
Beispiel: Steigt eine Aktie bis zum Ende der Laufzeit um 20 Euro auf 120 Euro, entspricht dies einem Gewinn von 20 Prozent. Ein Call-Optionsschein mit einem Basispreis von 100 Euro steigt hingegen von 10 auf 20 Euro und legt somit um 100 Prozent zu. Umgerechnet besitzt der Call somit einen Hebel von 5. Bedenke jedoch, dass der Hebel auch in die andere Richtung wirkt, sodass Du bei ungünstiger Entwicklung einen überproportionalen Verlust erleiden kannst. Im Beispiel verliert der Call demnach bei fallendem Kurs um den Faktor 5.

Call oder Put?

Du kannst grundsätzlich zwischen zwei Varianten wählen: Einem Kauf-Optionsschein (Call) oder einem Verkaufs-Optionsschein (Put). Möchtest Du auf einen steigenden Kurs spekulieren, setzt Du auf einen Call.
Beispiel: Du erwirbst einen Call auf Daimler zu einem Basispreis von 98 Euro. Einen Gewinn erzielst Du dann, wenn die aktuell bei 89,20 Euro notierende Aktie bei Fälligkeit des Optionsscheins über das Niveau von 98 Euro gestiegen ist. Ausschlaggebend ist hierbei der ausgewählte Hebel. Ein zweifacher Hebel bringt zum Ausdruck, dass der Wert des Optionsscheins im Vergleich zum Basiswert (Daimler-Aktie) zweimal so stark steigt. Sinkt jedoch der Kurs der Daimler-Aktie, gehst Du leer aus und Du erleidest einen Verlust in Höhe des damaligen Optionsschein-Preises. Genau umgekehrt läuft es beim Put, mit dem Du auf fallende Kurse spekulieren kannst. Erwirbst Du einen Put auf Daimler zu einem Basispreis von 78 Euro, machst Du Gewinn, wenn dieser DAX-Titel zum Stichtag unter dieses Niveau fällt. Steigt allerdings der Kurs über den Basispreis, wird die Ausübung des Optionsrechts sinnlos. Der Handel mit einem Optionsschein ist insofern vergleichsweise riskant. Wer das schwierige Geschäft nicht beherrscht, kann schließlich seinen gesamten Kapitaleinsatz verlieren. Dies ist auch der Grund, weshalb Anlageexperten unerfahrenen Privatanlegern hiervon abraten.

Worin liegt der Unterschied zu Optionen?

Ebenso wie die Optionsscheine fallen auch die Optionen unter die sogenannten Derivate. Allerdings handelt es sich bei Optionen um börsengehandelte standardisierte Termingeschäfte, während Optionsscheine verbriefte Optionen darstellen. Mit Optionsscheinen werden die Optionen in kleineren Stückzahlen einem größeren Publikum zugänglich gemacht. Der wesentliche Unterschied ist, dass Du als Käufer immer nur der Inhaber des Optionsscheines sein kannst und der Emittent von Optionsscheinen stets der Stillhalter bleibt. Für Dich als Anleger ergibt sich hierdurch ein Emittentenrisiko. Meldet der Emittent Insolvenz an, ist jeglicher Optionsschein wertlos, weil dieser für eine Schuldverschreibung gegenüber dem Emittenten steht. Stillhalter bedeutet, dass der Verkäufer bis zur möglichen Ausübung der Option durch den Käufer „still hält“ und auf diese keinen Einfluss mehr nehmen kann. Bei Optionen kann der Anleger nicht nur Stillhalter und demnach Verkäufer, sondern auch Inhaber des Papiers sein.

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Futures

Wie bereits dem Namen zu entnehmen ist, handelt es sich bei Futures um Geschäfte, deren Erfüllung in der Zukunft liegt. Handeln lassen sich sowohl Waren wie auch Wertpapiere, mitunter sogar Futures auf fiktive Wertpapiere, z.B. Bund Futures. Der Unterschied gegenüber Optionen besteht darin, dass es sich bei Futures um unbedingte Termingeschäfte handelt und demzufolge kein Optionsrecht besteht. Der Kauf oder Verkauf findet somit auf jeden Fall statt. Bei einer Option steht es Dir frei, den Handel auszuführen. Dafür musst Du allerdings als Besitzer einer Option doppelt bezahlen, einmal für die Option und zudem noch für die Ware oder das Wertpapier. Anstelle des Optionspreises wird bei Futures zumeist eine Anzahlung geleistet, die sogenannte Marge bzw. Margin. Diese dient als Sicherheitsleistung oder Einschusszahlung. Es wird also nicht der volle Wert des Kontraktes bezahlt. Sollte während der Laufzeit die Marge steigen, bekommt der Erwerber für gewöhnlich eine Zinsgutschrift. Im Gegensatz zum Preis für die Option wird aber die Margin später mit dem Kaufpreis verrechnet. Ansonsten funktionieren Futures genau wie Optionen. Futures gelten ebenso als sehr spekulativ.

Rechte und Pflichten bei Future-Kontrakten

Die Idee hinter solchen Terminkontrakten basiert auf dem Problem, dass die Zukunft unsicher und Entwicklungen nicht absehbar sind. Damit geht der Wunsch einher, sich für ungünstige Eventualitäten bestmöglich abzusichern, um evtl. finanzielle Verluste ausgleichen zu können. Oft gehen Unternehmen langfristige Lieferverträge zu festen Preisen ein, ohne zu wissen, wie sich die Kosten für Rohstoffe künftig entwickeln werden. Derartige Terminkontrakte auf Waren werden als Commodity Futures bezeichnet. Solche auf Währungen, Indizes, Anleihen und Aktien hingegen als Financial Futures. Je nach Ausgestaltung als Long- oder Short-Position verpflichtest Du Dich, eine bestimmte Qualität und Menge des Basiswertes zu einem bei Abschluss vereinbarten Preis und einem in der Zukunft liegenden Zeitpunkt zu liefern oder zu kaufen. Der Verkäufer des Kontrakts unterliegt spiegelbildlich denselben Pflichten. Nur ein Weiterverkauf ermöglicht es den Parteien, sich den Pflichten des Kontraktes zu entziehen. In diesem Fall wird von Glattstellen der Position gesprochen. Dazu kommt es etwa dann, wenn die Marge sinkt und keine Nachschusszahlung erfolgt.

Futures gehen mit hohen Gewinn- und Verlustchancen einher

Bei einem Futures verpflichten sich Käufer und Verkäufer, den Basiswert am Ende der Laufzeit zu einem festgelegten Preis zu verkaufen bzw. zu kaufen. Anhand dieser Produkte ist es möglich, bereits anhand kleiner Einsätze große Kapitalmengen zu bewegen. Daher sind auch die Gewinn- und Verlustchancen enorm. Dabei ist jeder Future auf einen bestimmten Basiswert ausgestellt, beispielsweise den DAX. Ferner muss das Wertverhältnis zwischen Wert eines Punktes zum Future bzw. des Future zum Basiswert festgelegt sein. Bei einem DAX-Future (FDAX) ist jeder Punkt 25 Euro wert. Im Falle eines BUND Futures wird ein Kontrakt jeweils über Anleihen im Wert von 100.000 Euro abgeschlossen. Definiert ist zudem jeder Tick, also jede Wertänderung. Beim FDAX sind es halbe Punkte-Schritte, weshalb dieser etwa von 10.872,5 auf 10.873,0 Punkte, aber nicht auf 10.872,8 Punkte steigen kann. Auch die Fälligkeit ist festzulegen, die etwa bei einem BUND-Future 9 Monate beträgt. Zu definieren sind ferner die Höhe von Kosten und Margin.

Bsp.: Bei einem DAX-Future entspricht ein Indexpunkt 25 Euro, wobei 5 Prozent des Kontraktwertes als Sicherheit (Margin) zu hinterlegen sind. Liegt der DAX bei 11.000 Punkten, weist der Future einen Wert von 275.000 Euro auf (11.000 x 25 Euro), doch müssen nur 13.750 Euro (275.000 x 5 Prozent) hinterlegt sein. Dies bedeutet: Steigt der DAX auf 12.000 Punkte, ergibt sich für Dich als Anleger ein Gewinn von 25.000 Euro (1.000 Punkte x 25 Euro), während Dein Einsatz nur 13.750 Euro beträgt. Beachte jedoch, dass dieser Hebel auch umgekehrt funktioniert und ein Preisverfall des Futures entsprechend Dein Konto belastet. Verluste begrenzen sich hierbei keinesfalls auf die ursprüngliche Sicherheit. Denn wird eine gewisse Untergrenze unterschritten, musst Du Kapital nachschießen.

Negative Entwicklungen in der Zukunft absichern

Futures stellen eine Art Versicherung dar. Selbstverständlich könnte eine Firma große Mengen an Rohstoffen auf Vorrat kaufen. Allerdings müsste sie diese einlagern, was zu entsprechend hohen Lagerkosten führen würde. Nahrungsmittel lassen sich zudem nicht ewig lagern und bei Strom ist dies gar noch komplizierter. Mit einem entsprechenden Future kann sich das Unternehmen effektiv vor steigenden Rohstoffpreisen absichern. Um sich etwa gegen Preisschwankungen zu schützen, kann eine Kaffeerösterei mit einem Futures das Ziel haben, am Laufzeitende 50 Tonnen Kaffee geliefert zu bekommen. Ein solches Liefergeschäft ist jedoch nicht für diejenigen von Interesse, die rein aus spekulativen Gründen handeln. Deshalb sind insbesondere bei Futures auf Indizes sowie Wertpapiere sogenannte Differenzgeschäfte üblich. Betrachtet wird die Differenz zwischen dem Marktpreis und dem vereinbarten Preis, die für einen Verlust oder Gewinn steht. Erleidest Du als Future-Käufer einen Verlust, wird dieser vorerst aus der Margin bedient, während Du das restliche Geld zurückerhältst. Ist diese Sicherheitsleistung jedoch niedriger als der Verlust, musst Du Geld nachschießen. Du kannst demnach mehr als den bloßen Kapitaleinsatz verlieren, was bei Optionen nicht möglich ist. Sollte der aktuelle Wert über dem Kaufpreis liegen, erhältst Du die Differenz, nebst Margin und abzüglich evtl. Gebühren.

Was ist unter Long- und Short-Position zu verstehen?

Jede neu geschaffene Position in Futures kennt zwei Grundausrichtungen: In Abhängigkeit der handelsstrategischen Absicht kommt es entweder zum Kauf (long) oder Verkauf des Futures (short). Wenn Du von fallenden Kursen ausgehst, so ist eine Short-Position in Futures einzunehmen. Somit trägst Du das Risiko steigender Kurse. Kaufst Du hingegen Futures, weil Du steigende Kurse erwartest, gehst Du eine Long-Position ein. In diesem Fall nimmst Du das Risiko fallender Kurse auf Dich.

Wo lassen sich Futures handeln?

Hierzulande ist der bekannteste Handelsplatz für Futures die EUREX, welche zur Deutsche Börse AG gehört und 1998 aus dem Zusammenschluss der Schweizer SOFFEX und der Deutschen Terminbörse (DTB) hervorging. Den Zugang zu diesem Markt bekommst Du in der Regel nicht über ein reguläres Depot. Deshalb bietet manche Bank ein spezielles EUREX-Konto an.

Vorteile Futures:

 erfordern gegenüber dem direkten Handel des Basiswerts weniger Kapitaleinsatz
 vielfältiger Zugang zu Instrumenten wie Waren, Rohstoffe oder Aktienindizes
  mit einem Future-Kontrakt kann sowohl auf steigende wie fallende Märkte gesetzt werden
 hohes Gewinnpotential

Nachteile Futures:

✖ Futures sind hochspekulativ und nur etwas für professionelle Anleger
✖ bei Verlusten droht eine Nachschusspflicht

Worin liegt der Unterschied zwischen Futures und Forwards?

Bei einem Vergleich zwischen Futures- und Forward-Transaktionen zeigt sich, dass der Investor mit einem Future über weniger Spielraum verfügt. Dies liegt daran, dass bei Future-Verträgen sämtliche Variablen standardisiert sind (z.B. Preis, Fälligkeitstermin, Menge etc.). Dagegen lässt sich eine Forward-Transaktion individuell auf die Wünsche des Anlegers abstimmen. Bei einem Forward ist es klassischerweise nicht erforderlich, eine sofortige Zahlung zu leisten, während bei Futures eine Marge zu zahlen ist. Ein weiterer Unterschied: Future-Transaktionen finden an der Börse und somit auf einem regulierten Markt statt. Forwards werden privat, Futures hingegen öffentlich gehandelt. Der Handel mit Futures ist angesichts dieses Aspekts sehr übersichtlich, was dazu führt, dass die Parteien in der Lage sind, die Bildung des Preises nachzuvollziehen. Für weniger erfahrene Investoren gehen Futures mit einem geringeren Risiko einher und Orders lassen sich problemlos platzieren. Ein Forward bietet dem Käufer bzw. Verkäufer somit keine Garantie, bis es zur Fälligkeit kommt. Bis zu diesem Zeitpunkt wird nur der Forward-Preis bezahlt. Die Fälligkeit weicht ebenfalls ab. Während eine Future-Transaktion keine Lieferung der Ware benötigt, reifen Forward-Transaktionen im Allgemeinen nur durch Lieferung einer Ware. Außerdem kann die Größe des Vertrags bei Forwards auf die jeweilige Transaktion abgestimmt werden. Bei Futures entspricht dies hingegen einem Standard.

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CFD

Als CFD (Contracts for Difference oder Differenzkontrakte) werden hochspekulative Derivate verstanden. Sie eignen sich ausschließlich für sehr gut informierte Anleger, die mit den Chancen und Risiken von CFDs bestens vertraut sind. Selbst bei sehr hohem Kenntnisstand bleiben diese Differenzkontrakte eine äußerst spekulative Angelegenheit, weil Du am Markt mit geringem Kapitaleinsatz große Handelspositionen eröffnen kannst. Vollständig vermeiden lassen sich die Risiken dieser Anlage demnach nicht. CFDs fallen nicht nur in die Kategorie der Hebelprodukte, sondern konnten lange Zeit neben signifikanten Kursverlusten auch zu einer unbegrenzten Nachschusspflicht führen. Dank einer Allgemeinverfügung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht vom Mai 2017 dürfen Privatkunden jedoch keine Kontrakte mehr mit Nachschusspflicht angeboten werden. Dennoch solltest Du Dich auf einen CFD-Handel nur einlassen, wenn Du Dich mit den Märkten, Produkten sowie den allgemeinen Funktionsweisen und Mechanismen tiefgehend auseinandergesetzt hast.

Worin besteht der Unterschied zum Aktienhandel?

Im Gegensatz zu einem Aktionär besitzt der Erwerber eines CFDs keine Beteiligung an einem Unternehmen, sondern ist nur der Inhaber einer Forderung. Der Kurs leitet sich bei einem CFD genauso wie bei jedem andere Derivat von einem Basiswert (Underlying) ab. Dies ist oftmals eine Aktie, kann aber auch ein anderer Wert (z.B. Rohstoffe oder Indizes) sein. Die Wertentwicklung eines CFD auf den DAX wird stets von der Entwicklung des Kursstandes des DAX abhängen. Anders als bei einer Aktie wird der Anleger eines CFDs ausschließlich an der Kursentwicklung beteiligt. Somit fällt dieses Finanzinstrument unter die Gruppe der finanziellen Differenzgeschäfte.

Ein CFD ist ein OTC-Produkt

In der Regel werden die CFD außerbörslich gehandelt und damit „Over the Counter“ (OTC). Die Order im Rahmen des CFD-Handels werden also nicht an einer Börse, sondern direkt mit dem jeweiligen CFD Broker / Market Maker abgewickelt. Dieser legt die Konditionen fest, stellt An- und Verkaufskurse bereit und bietet Handelsmöglichkeiten. In den vergangenen 10 bis 15 Jahren hat der Handel mit CFDs stark an Bedeutung gewonnen. Weil sich dabei etwa eine Aktie zu einem Bruchteil des tatsächlichen Preises erwerben lässt, ohne hierbei Zugeständnisse beim Kursgewinn machen zu müssen, stieg in dieser Zeit auch das Interesse von Privatanlegern stark an. Aus diesem Grund sind die Zugangshürden für Privatanleger inzwischen niedriger, als in nahezu jedem anderen Segment der Finanzmärkte. Zahlreiche etablierte Onlinebroker erlauben die Kontoeröffnung bereits ab Mindesteinzahlungen von wenigen hundert Euro und stellen dem Anleger sämtliche Handelsinstrumente inklusive Analyse-, Chartingtools sowie automatisierte Handelssysteme zur Verfügung.

Wie funktionieren CFDs?

Mit einem CFD hast Du die Möglichkeit, bei gleichem Kapitaleinsatz mehr Geld an den Märkten zu bewegen, als wenn Du direkt in den Basiswert investierst. Und dies, obwohl sich CFDs 1:1 zum zugrundeliegenden Basiswert entwickeln. Zudem kannst Du anhand dieses Finanzinstruments sowohl an fallenden wie auch steigenden Kursen verschiedener Basiswerte partizipieren. Das Handelsergebnis (Gewinn oder Verlust) ergeht aus der Differenz zwischen Einstands- und Ausstiegskurs des CFD. Wie sich dem Namen bereits entnehmen lässt, wird bei diesen Differenzkontrakten die Kursdifferenz zwischen Ein- und Ausstiegszeitpunkt gehandelt (sog. Spread). Du kannst hierbei CFDs handeln, welche von fallenden Kursen (Short-CFD) und solche, die von steigenden Notierungen des Basiswerts profitieren (Long-CFD). Die Investitionskosten liegen zumeist deutlich unter denen eines Direktinvestments, in der Regel bei nur 1 bis 10 Prozent der gehandelten Summe. Bei einem CFD-Trading handelst Du den Basiswert quasi auf Kredit. Partizipieren kannst Du an den Kursbewegungen von Rohstoffen, Währungen, Aktien oder Indizes mit einem Hebel. Damit hebelst Du Deinen Einsatz um das Vielfache.

Beispiel:
Für den Handel von 10 DAX-Kontrakten ist eine Margin von 1 Prozent (1/100) zu hinterlegen. Sie liegt also bei einem DAX-Stand von 10.000 Punkten bei 1.000 Euro (10 x 10.000 x 1/100). Du bewegst demzufolge beim CFD-Trading mit einem Investment von 1.000 Euro insgesamt 100.000 Euro an der Börse (10 x 10.000). Steigt der DAX um 100 Punkte auf 10.100 Indexpunkte, verhält sich der CFD-Kontrakt genauso wie der Index und erhöht seinen Wert so um 100 Euro. Für den Inhaber eines ETF-Zertifikats auf den DAX stellt dies lediglich eine Veränderung von 1 Prozent dar. Für Dich hingegen, ergibt sich dank des Hebels eine Änderung von 100 Prozent. Schließlich haben sich Deine 10 DAX-CFDs um 1.000 Euro (10 x 100) auf 2.000 Euro verdoppelt. Aber es gilt auch: Verliert der DAX etwa 50 Punkte (-0,5 Prozent), verliert der CFD-Kontrakt ganze 50 Prozent an Wert.

CFD und Future im Vergleich

CFDs ähneln Futures sehr. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass manche Anbieter von CFDs von einer Nachschusspflicht absehen. Demzufolge ist das Risiko zwar auch bei einem CFD relativ hoch, jedoch höchstens auf das investierte Kapital begrenzt. Ansonsten ist bei beiden Finanzinstrumenten eine Margin zu hinterlegen und in beiden Fällen wird mit Hebeln gearbeitet.

Kriterien bei Auswahl des CFD-Brokers

Beachte bei der Wahl eines passenden Anbieters folgende Aspekte:

  • Spread: Die Spreads für die einzelnen Basiswerte fallen teils sehr unterschiedlich aus, vor allem bei CFD-Futures.
  • Ausgleichszahlungen für Overnight-Positionen: Werden CFD-Positionen über den Handelsschluss gehalten, sehen die Anbieter verschiedene Ausgleichszahlungen vor.
  • Gebühren: Vergleiche Gebühren je Transaktion, Haltekosten sowie Mindesteinzahlungen.
  • Auswahl: Nicht jeder Anbieter sieht eine sehr große Auswahl an Rohstoffen, Währungen, Futures, Aktien und Indizes vor.
  • Plattform: Diese sollte mit einem großen Funktionsumfang punkten und kostenlose Realtimekurse anbieten. Du solltest ferner die Möglichkeit haben, Stopp-Loss-Orders, Take-Profit-Orders, Limit-Orders oder Trailing-Stopps setzen zu können.

Vorteile von CFDs:

 hohe Volumina mit geringem Kapitaleinsatz handeln
 Spekulation auf steigende und fallende Kurse möglich
 keine begrenzten Laufzeiten (mit Ausnahme der Future-CFDs)
 keine Ordergebühren (außer bei Future- und Aktien-CFDs)

Nachteile von CFDs:

✖ bei schlechter Kursentwicklung kann es zum Totalverlust kommen
✖ eine Nachschusspflicht ist nicht immer ausgeschlossen

Fazit

FazitAnleger, die nur kurz- bis mittelfristig auf ihr Kapital verzichten möchten, sind mit Tages- und Festgeld gut bedient. Dies gilt auch für Menschen, denen Fonds- und Aktienanlagen zu riskant sind, die aber dennoch einen Zinsertrag generieren möchten. Wer hingegen zugunsten höherer Renditen etwas mehr Risikobereitschaft mitbringt, für den sind Immobilieninvestments oder Rentenfonds bzw. Mischfonds eine gute Alternative. Aktien, Aktienfonds sowie Zertifikate sind hingegen den Anlegern vorbehalten, die hohe Renditen anstreben und bereit sind, auch höhere Verluste in Kauf zu nehmen. Eine Anlage in die hochspekulativen Optionen, Futures oder Forwards ist hingegen nur Anlegern zu empfehlen, die mit diesen Produkten bestens vertraut sind und deren Funktionsweise gut verstehen.

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